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Vorschau

22.09.                     24.09.2017

IMAGINARY BRIDGES
Øyvind Torvund, Ensemble Asamisimasa,
Anne-James Chaton, Aisha Orazbayeva,
Manuel Zurria, Francesco Dillon, Emanuele
Torquati, Kate Moore, Mary Jane Leach



Die achte Ausgabe von music@villaromana unter dem Titel Imaginary Bridges bringt anscheinend voneinander entfernte Sprachen miteinander in Beziehung: klassische zeitgenössische Musik und Elektronik, Improvisation, bildende Kunst und mündliche Erzählung.
Kernstück der Konzerte und Begegnungen am verlängerten Wochenende vom 22. - 24. September wird Plans for Impossible Pieces, die neue Pocket Opera des norwegischen Komponisten Øyvind Torvund sein. Francesco Dillon und Emanuele Torquati – die beiden Kuratoren der Konzertreihe music@villaromana – haben ihn als Composer in Residence eingeladen, weil er den kompositorischen Diskurs mit multimedialen Elementen wie Video und Elektronik vereint. Torvund wird in den Monaten vor dem Festival in der Villa Romana logieren und arbeiten, um seine Komposition zu entwickeln und den räumlichen Gegebenheiten der Villa (im Innen- wie Außenraum) anzupassen. Seine Pocket Opera wird von der dadaistischen und futuristischen Tradition inspiriert sein und zugleich Bezug nehmen auf die neuesten Tendenzen der Noise Musik und Elemente des Black Metal.
Interpret dieser neuen Auftragsarbeit von music@villaromana wird das Asamisimasa Ensemble sein, das lange schon mit Torvund zusammenarbeitet und in Form eines Quartetts auftreten wird. In der Pocket Opera werden Instrumentalklänge mit Stimmen fusioniert und in Konstellationen mit elektronischen und Video-Interventionen gebracht. Zudem wird die Pocket Opera eingeführt mit einer Reflektion über zeitgenössisches Komponieren: Øyvind Toryund im Gespräch mit dem Musikwissenschaftler und Kurator der Donaueschinger Musiktage Bjorn Gottstein.
Als Kontrapunkt zu diesem Dialog folgt die Hommage an Gyorgy Kurtág, einer der großen musikalischen Persönlichkeiten des 20. Jahrhunderts, der mit seiner Forschung Generationen von Komponisten beeinflusst hat. Erst in den 80er Jahren wurde er im Westen von Pierre Boulez und Luigi Nono, seinen großen Wertschätzern, entdeckt und einem breiteren Publikum bekannt gemacht. Das Projekt Lettere Intime des Trios Zurria-Dillon-Torquati versucht einen Weg in seine poetische Welt mit verschiedenen Schlaglichtern, die mit intimen Sphären seiner Biografie und Sensibilität korrespondieren. 2016 anlässlich des 90. Geburtstags von Kurtág hatten sechs große Komponisten, die Kurtág aus Freundschaft und Geistesverwandtschaft verbunden sind, diesen Weg bezeichnet: sein großer Freund und musikalischer Begleiter Peter Eötvös und sein Landsmann László Sáry, sein britisches Alter Ego Howard Skempton und Lukas Ligeti, der Außenseiter Peter Aiblinger sowie einer der größten lebenden japanischen Komponisten, Toshio Hosokawa.
Einen zweiten Kontrapunkt werden die Kammerkonzerte des Ensembles Asamisimasa und der eklektischen Violinistin Aisha Orazbayeva darstellen, einer gebürtigen Kasachin, die in London lebt. Denn ein weiteres Charakteristikum dieser Ausgabe von music@villaromana ist es, dem klassischen Repertoire alternative, experimentelle und improvisierte Vorgehen zur Seite zu stellen. Beide werden berühmte Stücke aus ihrem Repertoire vortragen, aber auch jüngste Werke wie die von Laurence Crane und Simon Løeffler für Asamisimasa geschrieben sowie ein neues, für Orazbayeva geschriebenes Stück von Lorenzo Pagliei.

Die Krönung dieses Programms von Imaginary Bridges wird das Solo Set des französischen Dichters und Künstlers Anne-James Chaton sein, der normalerweise als Partner mit Andy Moore und Alva Noto auftritt. Unter dem Titel Pop is dead werden Improvisationselemente und elektronische Klänge mit einer faszinierenden Arbeit an der nackten Stimme und dem Fokus auf zwei anwesenden Komponistinnen, der Australierin Kate Moore und der Amerikanerin Mary Jane Leach, vereint.


Programm


22. September

20 Uhr
Øyvind Torvund im Gespräch mit Bjoern Gottstein, Musikwissenschaftler und Kurator der Donaueschinger Musiktage

21.15 Uhr
POCKET OPERA
Øyvind Torvund – Composer in Residence 2017
Plans for Impossible Pieces
Ensemble Asamisimasa
Uraufführung

23 Uhr
POP IS DEAD
Anne-James Chaton (Stimme und elektronische Klänge)


23. September

21 Uhr
LETTERE INTIME
Toshio Hosokawa, Twill (Aya-Ori) (2016)*
Valentin Silvestrov, Postludium #3 (1982)
György Kurtág, Virag az ember
Lukas Ligeti, Passacaglia con variazioni (2016)
György Ligeti, Capriccio #1 (1947)
György Kurtág, A brief message to Pierre Boulez (2005)
György Kurtág, Doloroso (1991)
György Kurtág, Magyar nyelvlecke kulfoldieknek (Ungarischstunde für Ausländer)
Howard Skempton, Surface Tension #1 (1976)
Howard Skempton, Larghetto (2016)
Anton Webern, Drei Stücke op. 11  ( 1914)
György Kurtág, Magyar nyelvlecke kulfoldieknek (Ungarischstunde für Ausländer)
György Kurtág, Litigi
Peter Ablinger, Erzsébet 'Kokó' Kukta (2015)*
Johann S. Bach, Gottes Zeit ist die allerbeste Zeit (Sonatina from
Actus tragicus)
György Kurtág, Magyar nyelvlecke kulfoldieknek (Ungarischstunde für Ausländer)
Peter Eötvös, Molto Tranquillo (Kurtág 90) (2015)*
György Kurtág, Bagatellen 1-2 op.14d (1981)
László Sáry, Mindig csak az van, ami van (2016)
Francesco Dillon (Cello)
Emanuele Torquati (Klavier)
Manuel Zurria (Flöte)

* für dieses Konzert in Auftrag gegeben

22.30 Uhr
NEON SPACE
Simon Løffler, b (2012)
Laurence Crane, Riis (1996)

Carola Bauckholt, Klarinettentrio (1993)
Kristine Tjøgersen, We should get to know each other (2016)
Øyvind Torvund: Neon Forest Spaces (2009)
Ensemble Asamisimasa


24. September

11 Uhr
STUDI E FANTASIE
Iannis Xenakis, Mikka S (1971)
Georg Philipp Telemann, Fantasia no 9 in Si minore
Lorenzo Pagliei, Moto perpetuo IV (Uraufführung)
Lorenzo Pagliei, Moto perpetuo III
Simon Steen-Andersen, Study for String Instrument #1 (2007)
Franck Bedrossian, Innersonic (2012)
Aisha Orzabayeva (Geige)

12 Uhr
VELVET BRIDGES
Kate Moore, Homage to my boots
Kate Moore, Spel III
Kate Moore, aus Herz Cycle, Dance (Uraufführung)
Kate Moore, Sadness
Kate Moore, Dies Irae (Uraufführung)
Mary Jean Leach, Downland’s Tears
Kate Moore, Velvet
Emanuele Torquati (Klavier)
Manuel Zurria (Flöte)
Aisha Orazbayeva (Geige)
Kate Moore und Francesco Dillon (Cello)

13 Uhr
Brunch


Mit freundlicher Unterstützung der

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