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Ausstellungen

23.03.                     11.05.2012

SUPPLICA PER UN’APPENDICE

Ketty La Rocca, Jacopo Miliani, Anna Möller, Henrik Olesen, Eske Schlüters

Buchpräsentation bei der Ausstellungseröffnung am 23. März 2012.

Ketty La Rocca, J (1970), schabloniertes Plastik*
Jacopo Miliani, If Audience (2012), Fotografie, Plexiglas, Teppich, Sound  

Eske Schlüters, Per quanto mi riguarda (2012), Video, Dias, Sound

Ausstellungssansicht, Ketty La Rocca, Henrik Olesen

links: Ketty La Rocca, Virgola con tre punti (1970), Plastik *
rechts: Ketty La Rocca, Napalm Bianco (1967), plastifizierter Druck auf Holzplatte *

* Die Arbeiten von Ketty La Rocca stammen aus der Kollektion Michelangelo Vasta.
Fotos: Ela Bialkowska, Okno Studio


Diese Ausstellung nahm ihren Ausgang bei einem Besuch bei Michelangelo Vasta in Florenz, dem Sohn Ketty La Roccas.

Die Ausstellung führt Arbeiten von Ketty La Rocca zusammen mit aktuellen Arbeiten, die um den Kern künstlerischer Produktivität kreisen: um die Spanne zwischen Repräsentation und Kommunikation, Sprache und Körper, Identität und Abweichung.

1972 zeigt Ketty La Rocca auf der Biennale in Venedig den stummen Videofilm Appendice per una Supplica (Anhang für eine Bittschrift): er zeigt Hände in einfachen Gesten, als Faust, umzingelt von anderen Händen, die Finger abzählend, verbergend. Der Titel dieser Arbeit überschreibt in einer Verdrehung die aktuelle Ausstellung in der Villa Romana.

Ketty La Rocca (1938 in La Spezia geboren) entwickelte ihr künstlerisches Werk in der Zeitspanne von nur gut einem Jahrzehnt bis zu ihrem frühen Tod 1976 in Florenz. Es umfasst Collagen, Skulpturen, Fotografien, Künstlerbücher, Performances, Videofilme und Texte. Es kreist um die Differenz von Zeichen und Körper, Aneignung und Übertragung, Macht und Widerstand in dem Verlangen nach einer „anderen“ Sprache, die dem Nicht-Identischen Form gibt.

Jacopo Miliani (1979 in Florenz geboren, in Mailand lebend) arbeitet in seinen installativen wie performativen Settings mit der Verführung bildhafter Reflektion und kollektiver Spiegelungen.

Anna Möller (1980 in Hamburg geboren, dort und in Berlin lebend) operiert mit Strategien des Entzugs von Sichtbarkeit, mit körperlichen Gesten und Verstellungen, während Eske Schlüters (1970 in Leer geboren, in Hamburg lebend) Leerstellen filmischer Narration verschleift, um die Differenz zwischen den Bildern als uneingenommene Zone zu evozieren.

Henrik Olesen (1967 in Dänemark geboren, in Berlin lebend) untersucht die Konstruktionen gesellschaftlicher Bewertungs- und Ausgrenzungssysteme und handhabt auch das der Kunst mit Vorbehalt. Die drei letztgenannten lebten zwischen 2009 und 2011 als Villa Romana-Preisträger in Florenz.

Anlässlich der Ausstellungseröffnung wird das Buch SUPPLICA PER UN’ APPENDICE vorgestellt, das – mittels verschiedener ÜbersetzerInnen - Texte von Ketty La Rocca ins Deutsche überträgt und Beiträge der Philosophin und Filmemacherin Eva Meyer sowie des Künstlers Josef Strau enthält. Es ist von Anna Möller gestaltet und erscheint bei archivebooks.

Wir danken Michelangelo Vasta für die großzügige Kooperation.

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