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Villa Romana Geschichte der Villa Romana Florenz

Geschichte der Villa Romana in Florenz

Die Villa Romana wurde im Januar 1905 gegründet, um ein von Künstlern bestimmtes und vom Staat unabhängiges Forum zu schaffen, das allen künstlerischen Ausdrucksformen Raum bieten sollte. Der Villa Romana-Preis diente als Gegenmodell zu den Auszeichnungen der staatlichen Akademien.

Der deutsche Maler Max Klinger erwarb 1905 mit privaten Mitteln aus dem Kreise seiner Künstlerfreunde die klassizistische Villa mit vierzig Zimmern und 15.000 Quadratmetern Freigelände am Stadtrand von Florenz als Atelierhaus. Ein wichtiger Förderer in der Anfangszeit war der Berliner Mäzen Eduard Arnhold, der schon die Böcklin-Villa bei Fiesole erworben hatte und 1910 die Villa Massimo in Rom als deutsche Künstlerakademie stiftete. Auch Adolph vom Rath, der Aufsichtsratsvorsitzende der Deutschen Bank und Erich Schulz-Schomburgk, Direktor der Leipziger Niederlassung, gehörten zu den frühen Mäzenen. Die Deutsche Bank fördert das Haus seit den zwanziger Jahren.

Geschichte der Villa Romana Florenz

Von Beginn an war das Florentiner Haus mit Künstlern verbunden, die später große Anerkennung fanden. So waren etwa Georg Kolbe, Max Beckmann, Käthe Kollwitz, Ernst Barlach und Max Pechstein bereits vor dem ersten Weltkrieg Gäste der Villa Romana. Ab 1939 bekam die Villa Vorschläge für Stipendiaten vom Reichspropagandaministerium aufgedrängt. Es gelang dem Leiter der Villa Romana Hans Purrmann jedoch, auch während des 2. Weltkriegs in der Villa Freiräume für in Deutschland missliebige Künstler zu erhalten. 1944 wurde die Villa von den Alliierten beschlagnahmt.

1954 wurde der Villa Romana-Verein auf Betreiben Hans Purrmanns und des damaligen Bundespräsidenten Theodor Heuss wieder gegründet, 1958 die Villa Romana wiedereröffnet. Namen wie Georg Baselitz, Anna Oppermann, Markus Lüpertz, Christiane Möbus, Michael Buthe und Katharina Grosse begleiten die Arbeit der Institution seit dieser Zeit.

Von 1972 bis Juni 2006 leitete Joachim Burmeister die Villa Romana. Er belebte das Künstlerhaus neu, eröffnete Gastateliers und den Ausstellungsraum der Villa Romana „Salone”. Seit dem 1. November 2006 ist Angelika Stepken neue Leiterin des Hauses. Nach Abschluss umfangreicher Sanierungsarbeiten wurde die Villa Romana im Mai 2007 wiedereröffnet.

Geschichte der Villa Romana Florenz

2005 feierte die Villa Romana ihr einhundertjähriges Bestehen. Aus diesem Anlass zeigte der Villa Romana e.V. in Zusammenarbeit mit der Stiftung Weimarer Klassik und Kunstsammlungen und der Deutsche Bank Stiftung von Oktober 2005 bis Februar 2006 im Neuen Museum Weimar eine umfangreiche Jubiläumsausstellung, die erstmals die Tätigkeit der Villa Romana als herausragendes Beispiel privaten Mäzenatentums über den gesamten Zeitraum ihres Bestehens beleuchtete. Begleitend ist ein ausführlicher Ausstellungskatalog erschienen, der auch über den Buchhandel erhältlich ist:

Thomas Föhl, Gerda Wendermann (Hrsg.):
Ein Arkadien der Moderne? 100 Jahre Künstlerhaus Villa Romana in Florenz
355 S.; 392 Abbildungen, davon 127 in Farbe
Berlin 2005 (G+H Verlag), ISBN 3-931768-85-6

 

Zum Weiterlesen:

 

Max Klinger und die Gründung der "Florentiner Künstlerkolonie" Villa Romana (Thomas Föhl)

 

Die Villa Romana von ihrer Gründung bis zum Ausbruch des Ersten Weltkrieges (Philipp Kuhn)

 

Zwischen zwei Neuanfängen: Die Villa Romana von 1929 bis 1959 (Philipp Kuhn)

 

Die Villa Romana - Ein Künstlertraum?

Das wiedereröffnete Künstlerhaus aus dem Blickwinkel der Stipendiaten von 1959 bis 1970 (Nicole Mende)

 

Spurensuche im Florenz der siebziger Jahre (Gerda Wendemann)

 

Obsoleszenz, temporäre Erosion oder Renaissance der Zielvorgabe (Raimund Stecker)

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