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Vorschau

19.10.                     30.11.2018

Sarenco L’Africano
und die italienisch-afrikanische Fusion in den 1980er und 1990er Jahren

Zur Eröffnung der Ausstellung am Freitag, den 19. Oktober um 19.30 Uhr laden wir Sie
und Ihre Freunde herzlich ein.

Öffnungszeiten: Dienstag bis Freitag 14 – 18 Uhr und nach Vereinbarung


 3-Kanal-Video/Audio, 113 min

Buchcoverausschnitt Lettera dall'Africa: Romanzo da Viaggio, Verona 2002


Im Rahmen der Ausstellung findet am 31.Oktober ein Vortrag der Kunsthistorikerin Agnes Stillger statt:
Vom Hotel in den globalen Kunstmarkt. Komplexe Interdependenzen zwischen Exportproduktion, kreativem Austausch und kultureller Identitätsfindung in der Kunstszene Kenias.

2001 lud Harald Szeemann den vor anderthalb Jahren verstorbenen italienischen Künstler Sarenco zur Teilnahme an der 49. Biennale in Venedig ein. Sarenco zeigte im Corderie dell’Arsenale eine Gruppe lebensgroßer figurativer Holzskulpturen, die er in Kenia, seiner zweiten Heimat, hatte fertigen lassen, sowie über 300 gemalte Text-Tableaus. Szeemann bat Sarenco darüber hinaus, eine Reihe afrikanischer Künstler für seine Piattaforma del pensiero im Zentrum des italienischen Pavillons vorzuschlagen. Nach Ende der Biennale kaufte ein Sammler-Konsortium aus Prato /Florenz /Verona Sarencos Biennale-Beitrag. Der auf Fluxus und visuelle Poesie fokussierte Sammler und Kunsthändler Carlo Palli hatte bereits in den 1980er und 90er Jahren über Sarenco Bilder und Fotografien afrikanischer Künstler in italienische Sammlungen gebracht. Eine Auswahl verbliebener Bilder von Amadou Makhtar Mbaye, Kivuthi Mbuno, George Lilanga, John Nzau, David Ochieng, Abdallah Salim, Johnny Kilaka, Peter Martin, Almighty God und Maurus Malikita werden in der Villa Romana zusammen mit Sarencos Holzskulpturen ausgestellt und neu kontextualisiert.

Sarenco -  wahlweise Sarenco L'Africano, Aziz Sarenco Sharif oder Mau Mau Sarenco Gitaj - ließ sich in den 1980er Jahren im Touristen-Ressort Malindi nieder, verheiratete sich dort vielmals, lud zahlreiche Künstlerfreunde aus Europa ein und förderte einen regen Austausch zwischen diesem neuen Mekka zeitgenössischer Kunst in Kenia und einer Sammlerszene in Europa und den USA. Sein Netzwerk - darunter die Kritiker und Kuratoren Achille Bonito Oliva und Enrico Mascelloni, sowie der Künstler-Kollege Armando Tanzini - hatte einen nicht unbeträchtlichen Einfluss auf die Wahrnehmung afrikanischer, sogenannter authentischer Kunst in Italien. Die Nachwirkungen der Italien-Malindi-Connection reichen bis zur Gestaltung der ersten nationalen Pavillons Kenias auf den Venedig Biennalen von 2013 und 2015.


Isaia Mabellini, alias Sarenco (1945 - 2017), in Vobarno bei Brescia geboren, lebte und arbeitete in Verona, Italien und in Malindi, Kenia. Nach einem Studium der Philosophie in Mailand zählte er seit Mitte der 1960er Jahre zu den Exponenten visueller Poesie in Italien.  Sarenco gründete 1971 mit Paul De Vree und Gianni Bertini das Magazin Lotta Poetica (bis 1986). Er publizierte über 40 Bücher und 15 Filme. Seine Werke sind und waren in zahlreichen internationalen Ausstellungen präsent, 1972 nahm er an der Documenta in Kassel teil sowie 1972, 1986 und 2001 an der Venedig Biennale.

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