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Ausstellungen

01.10.                     16.10.2015

Der Mnemosyne-Bilderatlas
von Aby M. Warburg

Symposium und Ausstellung

Zur Eröffnung der Ausstellung am Donnerstag, den 1. Oktober, um 20 Uhr
laden wir Sie und Ihre Freunde herzlich ein.

Öffnungszeiten: Dienstag bis Freitag 14 – 18 Uhr und nach Vereinbarung


Ausstellungsansicht
Foto: Giulia Del Piero

Während des Symposiums Der Mnemosyne-Bilderatlas von Aby M. Warburg, Villa Romana, Florenz
Foto: Giulia Del Piero

Gruppenansicht, Cappella Tornabuoni, Santa Maria Novella, Florenz


Die Villa Romana zeigt 22 Tafeln des berühmten Mnemosyne-Bilderatlas von Aby Warburg, ein Kernstück des umfangreichen Werks, das der Hamburger Kulturhistoriker (1866-1929) in seinen letzten Lebensjahren aufgebaut hat und nicht mehr abschließen konnte. Die zentrale Sequenz des Bilderatlas (der Atlas umfasst insgesamt 63 Tafeln) steht in enger Verbindung zur Kunst der Stadt Florenz, wo Warburg von 1897 bis 1902 gelebt und intensiv geforscht hat. Der Atlas war dort noch nie zu sehen. Die Tafeln 31 bis 48 enthalten in komprimierter Form die Erkenntnisse seiner Forschung in dieser Stadt; sie handeln vor allem von Botticelli und Ghirlandaio sowie von den Familien der Medici, Sassetti und Tornabuoni, die die neue Kunst im Quattrocento besonders förderten.

Der Bilderatlas zählt zwar zu den Klassikern der modernen Kunstgeschichte und bestätigt insbesondere deren jüngsten Zweig, die Bildwissenschaft; er wurde jedoch noch nie so ausführlich und anschaulich präsentiert wie in dem Programm, das der 8. Salon entwickelt hat: in der Originalgröße, mit öffentlichen Vorträgen und begleitenden Heften, die jede Tafel zur Sprache bringen. Grundlage ist eine neu erstellte Rekonstruktion, da Warburgs Tafeln 1933 für den Transport von Hamburg nach London demontiert und bis heute nicht wieder zusammengesetzt wurden. In der Originalgröße (140 x 170 cm) sind alle Details so gut zu erkennen, dass Warburgs Intentionen sichtbar gemacht werden können (bis auf einige wenige Manuskriptseiten gibt es keinen schriftlichen Kommentar von ihm selbst). An drei Abenden wird der 8. Salon eine detaillierte Lektüre der 22 Tafeln präsentieren.

Die Rekonstruktion des Atlas und die Dekodierung jeder einzelnen Tafel wurden in Hamburg in den letzten drei Jahren vom 8. Salon durchgeführt; die Ergebnisse sind in der Heftreihe Baustelle publiziert. Für die Tage in der Villa Romana werden 5 Hefte neu aufgelegt.

Dr. Giovanna Targia wird in Florenz die Organisation der drei Forschungstage übernehmen; sie hat über Warburg promoviert und war bis 2014 an der Hertziana in Rom, wo sie sich unter anderem mit den naturwissenschaftlichen Schriften von Goethe befasste. Der 8. Salon ist vertreten mit Philipp Schwalb, Professor Axel Heil, Christian Rothmaler und Dr. Roberto Ohrt. Der Salon wurde 2010 in Hamburg eröffnet und fördert in seinen Räumen den Austausch von Wissenschaft (Forschung, Theorie) und aktueller Kunst (Ausstellungen, Ateliers), im Warburg-Projekt für Florenz unmittelbar sichtbar durch die Beteiligung einer Künstlerin und eines Künstlers, die jeweils eine Künstlertafel entwickeln werden, also im Format der Tafeln des Atlas auf die Bildsprache von Warburg reagieren: Jochen Lempert (Hamburg) und Ines Schaber (Berlin).

Das Symposium in der Villa Romana eröffnet die Möglichkeit, den deutsch-italienischen Dialog zu vertiefen und – durch die Kooperation von Künstlern und Wissenschaftlern – interdisziplinär auszubauen. Warburg eignet sich dafür in besonderer Weise, denn Florenz und Italien waren dem gebürtigen Hamburger zu einer zweiten Heimat geworden; er förderte die deutsch-italienischen Verbindungen zeitlebens. Obwohl in den letzten Jahren auch der Atlas in Italien und Deutschland zunehmend Beachtung fand, war der Austausch zwischen den beiden Ländern auf diesem Forschungsgebiet eher sporadisch. Der 8. Salon will mit seiner dreitägigen Veranstaltung und den Mnemosyne-Tafeln in Originalgröße vor Augen eine Wiederbelebung des Austausches unmittelbar am Ort des Geschehens fördern.


Programm



Donnerstag, 1. Oktober



20 Uhr

Eröffnung der Ausstellung mit einer allgemeinen Vorstellung des Atlas





Freitag, 2. Oktober



10 bis 12 Uhr


Begehung der Orte in Florenz, die für Warburg und den Atlas wichtig sind:
Uffizien, Bargello, Accademia (begrenzte Teilnehmerzahl)

14 bis 17 Uhr
Offene Diskussion in der Villa Romana vor den Tafeln (begrenzte Teilnehmerzahl)

18 bis 20 Uhr
Vorstellung der Tafeln im Einzelnen:
Von den Niederländern bis Botticelli (Tafel 31-39), öffentlich


Samstag, 3. Oktober

10 bis 12 Uhr
Begehung der Orte in Florenz, die für Warburg und den Atlas wichtig sind:
SantaMaria Novella, Santa Trinità, Chiesa di Ognissanti, Cappella Brancacci

14.30 Uhr
Offene Diskussion in der Villa Romana vor den Tafeln

16.30 Uhr
Harald Theil (Paris), Axel Heil (Karlsruhe):
Mnemosyne, Photography, the Cahiers d'Art, and Piscasso's future science of the creative man öffentlich

18 bis 20 Uhr
Vorstellung der Tafeln im Einzelnen:
Sassetti – Tornabuoni - Ghirlandaio (Tafel 40-45), öffentlich


Sonntag, 4. Oktober

10 bis 12 Uhr

Begehung der Orte in Florenz, die für Warburg und den Atlas wichtig sind:
Dom und Baptisterium, Villa Medici-Riccardi, Santa Croce (begrenzte Teilnehmerzahl)

14.30 bis 17.30 Uhr
Offene Diskussion in der Villa Romana vor den Tafeln (begrenzte Teilnehmerzahl)

18 bis 20 Uhr
Vorstellung der Tafeln im Einzelnen:
Nymphe - Tobias - Fortuna (Tafel 46-48), öffentlich


Das Symposium wir auf Englisch stattfinden. Freier Eintritt.
Anmeldung unter: office@villaromana.org, Tel. +39 055 221654

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