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Ausstellungen

22.06.                     25.08.2017

Zehn Schritte zur
genetischen Erosion

Andrea d’Amore

Zur Eröffnung der Ausstellung am Donnerstag, den 22. Juni,
um 19.30 Uhr laden wir Sie und Ihre Freunde herzlich ein.

Öffnungszeiten: Dienstag bis Freitag 14 - 18 Uhr und nach Vereinbarung

rosa murales

Ausstellungsansicht

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Ausstellungsansicht

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Detail

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Detail

Fotos: Ela Bialkowska, OKNOstudio



Niemals wurde der Planet Erde dermaßen vom Menschen geformt wie in den letzten 50, 60 Jahren, der neuen, Anthropozän genannten Epoche in der Erdgeschichte. Nie nahm die Menschheit größeren Einfluss auf die biologischen, geologischen und atmosphärischen Prozesse auf dem Planeten. Der Mensch selbst wurde zu einem geologischen Faktor, während der Raubbau an der Artenvielfalt seine eigene Existenz bedroht. Bei den über 14.000 erfassten Wirbeltier-Populationen wurde in den vergangenen 40 Jahren ein Rückgang der genetischen Bestände - eine Generosion - um fast 60% verzeichnet, so konstatierte der WWF im vergangenen Jahr.

Der in der Toskana lebende Künstler Andrea d’Amore warnt: Die Menschheit vor dem Aussterben zu bewahren, bedeutet landwirtschaftliche Biodiversität. Produktionsmonopole verurteilen, Kulturen austauschen, das ist ein Akt des Widerstands und des Überlebens.

Seine plastischen Arbeiten formieren sich durch Austauschprozesse zwischen natürlichen Körpern, die sich nähren. Ihre Grundlage ist die Erde. D’Amore platzierte feuchte Tonblöcke in den Casentiner Hügeln, aus denen Wildtiere ihre Nahrung gruben und bissen. In Molise kümmerte er sich um die vom Aussterben bedrohte Turchesca Kartoffel und kollaborierte mit dem Meister Biagio Sannino, um daraus ein Bier zu brauen, das in Erdkuben lagert. Er formte die Hohlkörper ausgenommener Tierkadaver mit den Händen nach und sammelte heimlich die grafischen Spuren von Menschen beim Essen. Er kreierte eine Salami, die symbolisch auf die rituelle Dimension des Essens verweist. In den Abruzzen folgte er dem Geruch des Brigantentums.

"Bei sich sein, herumlaufen, um Ton zu finden auf dem Land. Graben, finden, sieben, trocknen, der Sonne aussetzen, mit Wasser vermischen, trinken und bestreichen. Verdauen. Den Zyklus an Tiergerippen wiederholen. Die eigene Jagd opfern, die eigene Arbeit, den eigenen Reichtum, um eine Seele zurückzugeben, um in den natürlichen Zyklus von Raub und Beute in angespannten und symbiotischen Gleichgewichten zurückzukehren, um Sorge zu tragen."

Anlässlich der Ausstellung erscheint eine Siebdruck- Edition mit kritischen Texten zur Biodiversität, die sich nach dem Lesen zu Kompost auflöst. Sie ist mit einer Tinte aus Akazien- und Kreppextrakt gedruckt auf einem Papier aus Sri Lanka, das zu 80% aus Elefantenmist und zu 20% aus Reis gefertigt ist.