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Ausstellungen

08.06.                     29.06.2018

Das Kongo Tribunal

Der Film und eine transmediale Installation
Milo Rau

Zur Eröffnung der Ausstellung am Freitag, den 8. Juni um 19.30 Uhr laden wir Sie und Ihre Freunde herzlich ein.

Öffnungszeiten: Dienstag bis Freitag 14 - 18 Uhr und nach Vereinbarung
Filmvorführungen am Freitag, den 08. Juni um 21 Uhr und Donnerstag, den 28. Juni um 21 Uhr

rosa murales

Ausstellungsansicht

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Ausstellungsansicht

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Ausstellungsansicht

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Ausstellungsansicht

Fotos: Ela Bialkowska, OKNOstudio

Seit mehr als 20 Jahren verwandelt ein undurchschaubarer Bürgerkrieg ein Territorium, das so groß wie Westeuropa ist, in eine Hölle auf Erden. Ausgelöst durch den Völkermord in Ruanda im Jahr 1994, hat der Kongokrieg, der auch Dritter Weltkrieg genannt wird, 6 Millionen Tote gefordert. Viele Beobachter erklären den Krieg nicht nur als einen Kampf um die politische Vormachtstellung in Zentralafrika, sondern auch als einen der entscheidenden Wirtschaftskriege um die geteilte Nutzung von Ressourcen in der Ära der Globalisierung. Dieser Krieg wird nicht aufgrund ethnischer Unterschiede, sondern aufgrund des für die Zukunftstechnologien des 21. Jahrhunderts unentbehrlichen Rohstoffbedarfs fortgeführt. Nirgendwo sonst auf der Welt tritt die Überlagerung von globalen Interessen der großen Nationalökonomien, lokalen Machtansprüchen, der kolonialen Vergangenheit und der postkolonialen Gegenwart exemplarischer zutage als in dieser Krisenregion. Milo Raus Das Kongo Tribunal beleuchtet anhand eines beeindruckenden transmedialen Kunstprojekts die mit dem bisher größten und blutigsten Wirtschaftskrieg verbundenen Motive und Hintergründe.

Erstmals im Laufe der Nationalgeschichte vereinte das Kongo Tribunal Opfer, Täter, Zeugen und Analytiker des Kongokriegs in Bukavu /Ostkongo und einen Monat später in Berlin im Rahmen eines groß angelegten, dreitägigen zivilen Volkstribunals. Unter dem Vorsitz eines Panels, das sich zur Hälfte aus kongolesischen und zur Hälfte aus internationalen Experten zusammensetzte, brachte das Kongo Tribunal ein menschlich erschütterndes, analytisch tiefgründiges Tableau hervor. Das Tribunal, das als Reaktion auf die passive Haltung der internationalen Gemeinschaft gegenüber den systematischen Angriffen auf die Zivilbevölkerung entstand, sollte der in der Region herrschenden Straflosigkeit entgegenwirken.

Der Dokumentarfilm Das Kongo Tribunal zeichnet während des Tribunals und in den von dem Konflikt betroffenen Gebieten, in entlegenen Dörfern und unzugänglichen Minen, ein ungeschöntes Bild dieses ungezügelten Wirtschaftskrieges. Der Film über einen globalen Konflikt handelt nicht so sehr von Gewinnern oder Verlierern, sondern vielmehr vom Wert, der dem Wohlstand der reichen Industrieländer beigemessen wird, und von der Frage, wie lange wir diesen wohlgemeinten Völkermord noch hinnehmen.

Die transmediale Installation beinhaltet die volle 26 stündige Version der Tribunale in Bukavu und Berlin sowie ein Netzspiel, einen Forschungsraum mit Webarchiv und einer Vielzahl von Lesematerial, sowie eine kurze Dokumentation über die Auswirkungen des Films im Kongo und dessen langfristige Bedeutung.

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