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Ausstellungen

06.05.                     05.06.2011

Ming Wong

Devo partire. Domani.

Am Freitag, 06. Mai 2011 um 16.30 Uhr
Ming Wong im Gespräch mit dem Autor Nicola Vincenzoni, Berlin

ming wong
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Ausstellungsansichten

ming wong

Ming Wong, Mother

Ming Wong, Devo partire domani (2010), Video (still)

Der in Singapur und Berlin lebende Künstler Ming Wong untersucht in seinem Welt Kino die Fassaden von Sprache und Identität. Seit 2000 hat er verschiedene Meisterwerke des Kinos reinszeniert, darunter Leben und Tod in Venedig (1971) von Luchino Visconti, In the Mood for Love (2000) von Wong Kar-Wai und Angst essen Seele auf (1973) von Rainer Werner Fassbinder. Darsteller in Ming Wongs Filmen ist Ming Wong, er verkörpert alle Figuren unabhängig von ihrem Alter und Geschlecht und spricht die Original-Dialoge mit seinem Akzent.

Seine Video-Filme, die entsprechend den Ausstellungsräumen installiert werden, sind melancholische Parodien. Sie handeln von Identitäten und ihrer Migration, von Aneignung und Übertragung, von Authentizität und Repräsentation, von den Filmen der Vergangenheit und den Protagonisten der Gegenwart. Das Eigene und das Fremde spiegeln sich. 2009 hat Ming Wong mit seiner Ausstellung Life of Imitation den Singapur-Pavillon der 53. Biennale von Venedig bespielt.

Devo partire. Domani. ist die jüngste Arbeit von Ming Wong und wurde im vergangenen Jahr für das Napoli Teatro Festival Italia in Kooperation mit der – aktuell laufenden – Singapur Biennale realisiert. Sie ist von Pasolinis Film Teorema (1968) inspiriert, in dem ein seltsamer Fremder in einer bürgerlichen italienischen Familie auftaucht, Vater, Mutter, Tochter, Sohn und Hausmädchen verführt und deren Leben auf immer verändert.

Statt einer einzigen kinematografischen Perspektive zu folgen hat Ming Wong fünf Sequenzen gedreht, die den fünf Personen des Films gewidmet sind. Das Umfeld der einzelnen Geschichten wurde übertragen auf einige symbolträchtige Orte in Neapel: die Industriewüste von Bagnoli, das Viertel Scampia und die Hänge des Vesuvs, die für den Künstler wirkungsvolle Metaphern unterdrückter menschlicher Leidenschaften und falscher Identitäten darstellen.

In der Villa Romana ist Devo partire. Domani. eingerichtet als ob die Figuren des Films verschiedene Zimmer des Florentiner Hauses bewohnten. Ming Wong hat für die Ausstellung ein Faltblatt entworfen, das den Besuchern zur Orientierung in Haus und Garten dient und ihnen den Weg zu den einzelnen Figuren weist.

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