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Ausstellungen

10.04.                       24.05.2013

Mario Rizzi

Das Warten

Mario Rizzi, Al Intithar (2013), Video (Still)   

Mario Rizzi, Al Intithar (2013), Video, Ausstellungsansicht 

Mario Rizzi, Kazın Ayağ (2012), Video, Ausstellungsansicht

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Mario Rizzi, Ash-shab yurid isqat an-nizam (2013), Neon Installation

Der italienische Künstler Mario Rizzi widmet seine Filme individuellen Lebensläufen, die von zum Teil dramatischen politischen oder sozialen Umständen geprägt sind. Seine Aufmerksamkeit gilt dabei den Überlebenskräften der Einzelnen, um in Würde zu leben.

In der Ausstellung präsentiert Mario Rizzi seinen jüngsten, 30minütigen Film Al Intithar (Das Warten), der im Februar erstmals im Wettbewerb der Berliner Filmfestspiele gezeigt wurde. Al Intithar wurde während eines siebenwöchigen Aufenthalts im syrischen Flüchtlingslager Camp Zaatari in der jordanischen Wüste aufgenommen. Mario Rizzi dokumentiert das Leben einiger syrischer Frauen in diesem - für inzwischen Hundertausende von Flüchtlingen - anhaltenden Ausnahmezustand. Seine Bildsprache zeugt von einem wechselseitigen Verhältnis der Annahme und Diskretion zwischen Filmer und Gefilmten. 

Al Intithar ist der erste Teil einer Film - Trilogie unter dem Titel Bayt (Haus), die im privaten Kontext Indizien und Symptomen gesellschaftlicher Umwälzungen nachgeht. In Florenz wird der Film begleitet von einer neuen Neon-Arbeit von Mario Rizzi.

Wir freuen uns, dass Al Intithar am 7. April auch auf dem Middle East Film Festival in Florenz auf großer Leinwand gezeigt wird.

Der zweite, einstündige Film in der Ausstellung Kazın Ayağ (Der Gänsefuß), 2012, entstand in Istanbul und reflektiert die ebenso rasante wie rabiate Gentrifizierung einzelner Stadtteile im Medium des Schattentheaters. Mario Rizzi entwickelte gemeinsam mit dem Puppenspieler Emin Senyer ein Stück, das die traditionellen Charaktere des Karagöz Schattentheaters und deren Dialogverfahren sowie mehr als 30 neu gebaute Puppen verwendet. Der Film zeichnet sowohl die Produktion wie die Aufführung des Puppentheaters auf.

Beide Filme laufen in der Ausstellung alternierend. 

Anlässlich der Ausstellung erscheint ein Buch zu Al Intithar mit einem Essay des renommierten iranischen Film- und Literaturwissenschaftlers Hamid Dabashi, der an der Columbia University in New York lehrt. 

Mario Rizzis Filme wurden u.a. im MAK, Wien (2013); National Center for Contemporary Arts, Sankt Petersburg (2011); Taipei Biennale (2008); Van Abbemuseum, Eindhoven (2008); Contemporary Art Center, New Orleans (2008); Museum of Modern Art, New York (2007); Tate Modern, London (2007); Kunsthalle Fridericianum, Kassel (2007); Istanbul Biennale (2005); Sydney Biennale (2004) gezeigt. Sein Film Murat ve Ismail ist in der permanenten Sammlung des MoMA, New York. 2012 gewann Rizzi das Produktionsstipendium der Sharjah Art Foundation für sein Projekt Bayt.

Wir danken Gagliardi Art System, Turin, für die großzügige Kooperation.

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