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Ausstellungen

06.09.                     26.09.2014

S-Space Mondial Festival No. 1

Florenz, 9. - 11. November 1971



Ausstellungsansichten

S-Space, die Scuola Separata Per l’Architettura Concettuale Espansa (Schule für erweiterte konzeptuelle Architektur) wurde 1970 von zwei experimentellen Architektur-Gruppen aus Florenz, 9999 und Superstudio gegründet. Gemeinsam veranstalteten sie 1971 das Mondial Festival mit dem Titel Vita, Morte e Miracoli dell’Architettura (Leben, Tod und Wunder der Architektur).

Neben den Gründungsmitgliedern Superstudio (Adolfo Natalini, Cristiano Toraldo di Francia, Roberto Magris, Alessandro Magris, Gianpiero Frassinelli und Alessandro Poli) sowie 9999 (Giorgio Birelli, Carlo Caldini, Fabrizio Fiumi, Paolo Galli), waren die Hauptakteure des Festivals: Gianni Pettena, Remo Buti, Ugo La Pietra, UFO, Zziggurat, Renato Rinaldi, Giuseppe Chiari, Jorn Mayr, TV OUT, Marc Balet, Ant Farm, The Portola Institute und Street Farmer.

Das S-Space Mondial Festival No.1 brachte Initiativen zusammen, die  - konzeptuell oder anarchistisch, umwelt- und/oder technologieorientiert – einen erweiterten gesellschaftlichen Architekturbegriff forderten, eine "Architektur die so stark ist wie diese, die aus Zement und Ziegelsteinen besteht und noch vielmehr: sie soll selbstbewusst, legitim sein und einen radikalen Anstoss geben in Richtung einer ideologisch autonomen Bedeutung von Architektur."(1)

Das dreitägige Event Vita, Morte e Miracoli dell’Architettura (Leben, Tod und Wunder der Architektur) fand vom 9. bis 11. November in der Diskothek Space Electronic in der Via Palazzuolo und anderen Orten wie z.B. Ponte Vecchio, statt. Die Diskothek, die im Februar 1969 von Mitgliedern der Gruppe 9999 eröffnet wurde, diente in den Nachmittagsstunden als Treffpunkt für die Studenten der Separate School for Expanded Conceptual Architecture.

Für das Mondial Festival verwandelte die Künstlergruppe 9999 das Erdgeschoss der Diskothek in einen See mit Fischen inmitten von Bäumen und Sträuchern. Im ersten Stock wurde ein Gemüsegarten mit echtem Gemüsebeet errichtet.  Es war eine lebensgroße Nachbildung des Wohnzimmers des Casa Orto Projektes, in dem, Dank einer neuen Technologie, eine Familie in Harmonie mit der Natur leben konnte und das um sie herum wachsende Gemüse ihnen als Lebensgrundlage diente. Außerdem präsentierte 9999 ihr Werk “Aufnahmen aus dem TV basierend auf der Identifikation von alternativen Modellen der analogen Lobgesänge des Franz von Assisi". Superstudio zeigte u.a. die Arbeit Zwölf Ideal-Städte.

Während Vita, Morte e Miracoli dell’Architettura (Leben, Tod und Wunder der Architektur) wurden zahlreiche Perfomances gezeigt, darunter der Florentiner Künstler Renato Rinaldi auf einem petofono (Furzmaschine). Das Kollektiv UFO performte mit Elementen iherer Installation Doric portico. Street Farmer zeigte einen Zwei- sowie Dreidimensionalen Comic sowie am Finalabend einen Film als politisches Statement und verkauften Päckchen gefüllt mit Gras und Sonnenblumenkernen und der Aufforderung sie einzupflanzen um die "Platten aufzubrechen". 9999 präsentierte Projekte wie S. SPACE Esterno Alba in Piscina, Esterno Controllo Alberi Sonorizzati und S. SPACE Interno Jam Session, wie es in der Ankündigung der Veranstaltung heißt.

(1) S-Space, in Gruppo 9999 und Superstudio (hrsg.), Vita, Morte e Miracoli dell'Architettura

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