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Ausstellungen

29.02.                     25.04.2008

Edi Hila

Senza Angeli

Edi Hila 1
Edi Hila 2

Ausstellungsansichten

Edi Hila 3
Edi Hila 4

Edi Hila verbrachte im vergangenen Jahr zwei Monate als Gastkünstler in der Villa Romana. In der Folge entstanden Malereien, die von Hilas Erfahrungen in Florenz und von seinen Erinnerungen geprägt sind.

1974 reiste Edi Hila im Auftrag des neu zu gründenden staatlichen albanischen Fernsehens für drei Monate nach Florenz, um hier bei der Rai zu volontieren. Nach seiner Rückkehr wurde er aufgrund eines in Ungnade gefallenen Auftragwerks zu einem unbefristeten Arbeitsdienst verurteilt und durfte seine Arbeiten während des Hodscha-Regimes nie mehr ausstellen.

Seine  Malerei entstand mehr als zwei Jahrzehnte lang unter Ausschluss von Öffentlichkeit. Sie nährte sich in dieser Zeit des inneren Exils wesentlich aus Erinnerungen an seine einst humanistisch geprägte Heimatstadt Shkoder an der Nordgrenze Albaniens. Nach dem Zusammenbruch der Hodscha-Diktatur übernahm Edi Hila eine Professur an der Staatlichen Kunstakademie in Tirana, an der er in den 60er Jahren selbst studiert hatte. Er wurde zum einflussreichsten und weltoffenen Lehrer für die jungen Generationen albanischer Künstler. In den 1990er Jahren öffnete sich seine Malerei motivisch den zum Teil brachialen Transformationsprozessen in Albanien. Gleichwohl bleiben seine Bilder stets von einer unheimlichen Stille, ihre Motive sind überzogen von einem Schleier des Unwirklichen oder Fiktiven.

„Mein Leben nach 1974, nach der Florenz Reise, war bestimmt von Sorgen um den Sinn des Lebens im Verhältnis zu den Grenzen und Möglichkeiten künstlerischer Freiheit. Florenz war für mich der erste Kontakt mit wahrer Kunst, es war eine große Freude, die Werte der Originale aus der Nähe zu sehen. Danach funktionierte alles wieder aus der Entfernung, wie eine Erinnerung, ein Bezugspunkt, eine unentbehrliche Erfahrung, Reste einer  Wirklichkeit, die ich nie wieder erleben konnte. Unter diesen Bedingungen musste ich überleben, existieren. Als ich nun – nach so vielen Jahren – an dem Florenz-Projekt arbeitete, sind viele Gefühle der Vergangenheit wieder hoch gekommen. Das war kein Zufall. Unter all dem, was ich während meiner Residenz in dieser wunderschönen Stadt vor einigen Monaten erlebt habe, habe ich als Modell zum Malen einen Hund aus zerbrochener Terrakotta ausgewählt, der im Garten der Villa Romana stand. (Vielleicht war er ein Zerberus, halb Hund, halb Drache, der – wie im 6. Gesang der Hölle beschrieben – fressbegierig bellt.) Auch das Triptychon, das nicht direkt an das Florenz-Projekt gebunden ist, ist Teil dieser Gefühle, es enthält viel von diesem klassischen Stil und dem Gewicht der Probleme, die in jenen Zeiten gelebt wurden.“ (Edi Hila)

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