VILLA ROMANA - HOME
VILLA ROMANA - HOME

Veranstaltungen

15.11.2018

Ausstellung, Film, Talks

Relate. Relay. Connect
Leone Contini, Mohamed Keita, Alberto Amoretti, Giovanni Hänninen, Lerato Shadi

19 Uhr

Heinrich Böll Stiftung Senegal
Rue de Louga x Eingang PE 10
Point E
Dakar, Senegal

 3-Kanal-Video/Audio, 113 min

Mohamed Keita, Le monde est un village, 2018


SEEDS FOR FUTURE MEMORIES ist ein kollaboratives künstlerisches Rechercheprojekt des Thread Cultural Center in Tambacounda, Senegal, und der Villa Romana in Florenz, Italien, an dem eine Gruppe von dreizehn Künstlerinnen und Künstlern mitwirkt. Das Projekt folgt der Idee einem binären territorialen Konzept die Interdependenzen beider Örtlichkeiten entgegenzusetzen – das Relationale. Orte haben nicht länger statische Koordinaten, sondern werden bewegliche utopische Räume des Austauschs und der Teilhabe. Vor allem aber ist SEEDS FOR FUTURE MEMORIES auch ein Projekt über verborgene Geschichten und die Grundlagen der Kommunikation: Reden und Zuhören. Es zielt darauf Katalysator für die Zirkulation von Narrativen und das Kreieren möglicher gemeinsamer Zukunftserzählungen zu sein.

In einer Abendveranstaltung unter dem Titel Relate. Relay. Connect werden fünf der beteiligten Künstlerinnen und Künstler – Leone Contini, Alberto Amoretti, Giovanni Hänninen, Mohamed Keita und Lerato Shadi – ihre künstlerischen Ansätze präsentieren. Den Talks von Leone Contini und Lerato Shadi wird ein Screening des aktuellsten dokumentarischen Kurzfilmes aus der Serie Senegal /Sicily von Alberto Amoretti und Giovanni Hänninen folgen. Der Event ist zeitgleich auch die Eröffnung einer Ausstellung mit Fotoarbeiten von Mohamed Keita, gemeinsam mit Fotografien aus Workshops, die im Oktober 2018 in Tambacounda stattfanden.


Alberto Amoretti ist 36 und lebt in Mailand. Er ist Drehbuchautor, Autor und Regisseur. Seit 2011 schreibt er TV-Filme und Serien für die italienischen Netzwerke RAI und Mediaset. Amoretti arbeitete als Dramatiker bei der Atopos Theatre Company. Ergänzend zu Fotografien von Giovanni Hänninen verfasste er Reportagen für italienische Magazine und kuratierte Fotoausstellungen. 2017 debütierte er als Regisseur mit dem Dokumentarfilm Atopos, theatrical genders. Er ist Regisseur und Co-Autor der Dokumentationsreihe Senegal /Sicily, die im Centro Internazionale di Fotografia in Palermo und auf der Dak´Art Biennale für zeitgenössische afrikanische Kunst 2018 in Dakar präsentiert wurde.

Leone Contini
(1976, Florenz) hat an der Universität Siena Philosophie und Kulturanthropologie studiert. Seine Forschungen beziehen sich hauptsächlich auf interkulturelle Reibungen, Konflikt- und Machtbeziehungen, Vertreibung, Migration und Diasporas. Contini entlehnt die Werkzeuge der zeitgenössischen Anthropologie, um durch die Verwendung von Lecture-Performances und mit kollektiven Eingriffen im öffentlichen Raum, durch Texte, audio-visuelle Erzählungen und Blogs, gemeinsame Bereiche von Bedeutung zu schaffen. Seine Arbeiten wurden in vielen Institutionen präsentiert, darunter auf der Manifesta in Palermo (2018), im Mudec, Milano (2017), im Tropane-i-Amire, Istanbul (2016), in der Delfina Foundation, London (2015) und im  Khoj, Delhi (2014).

Giovanni Hänninen wurde 1976 in Helsinki geboren. Er lebt und arbeitet in Mailand. Er hat einen PhD in Luft- und Raumfahrttechnik und unterrichtet Fotografie für Architektur an der Abteilung Architektur und Städtebau des Politecnico di Milano. Hänninen ist außerdem Fotograf für das Orchester der Philharmonie an der Scala in Mailand. Er führt Recherchen für öffentliche und private Institutionen durch. Zu seinen jüngsten Projekten zählen: Mumbai (2018), People of Tamba ( 2018), Thread (2017), Mi-Bg 49km (2015), Cittàinattesa (2012 - 2015),  Sound Vision (2014), Mix City (2014), Il viaggio di Roland Ultra (2013), .

Mohamed Keita wurde 1993 in der Elfenbeinküste geboren und musste sein Land im Alter von 14 Jahren mitten im Bürgerkrieg verlassen. Er unternahm eine lange Reise alleine durch Guinea, Mali, Algerien, die Sahara, Libyen und Malta, um 2010 im Alter von 17 Jahren in Italien anzukommen. Dank der Aufnahme im Civico Zero Zentrum für minderjährige Flüchtlinge in Rom entdeckte er eine Berufung zur Fotografie und begann seine künstlerische Karriere. Heute lebt und arbeitet er in Rom. 2017 eröffnete Keita ein Fotolabor für Straßenkinder in Mali. Seine Fotografien waren in diversen Institutionen in Rom zu sehen, darunter auch im Museo MACRO. 2016 präsentierte das italienische Kulturinstitut in New York Keitas Arbeiten neben Fotografien von Paolo Pellegrin.

Lerato Shadi, 1979 in Mahikeng, Südafrika, geboren, lebt und arbeitet in Berlin. Sie studierte Kunst an der Universität von Johannesburg. Ihre Praxis hinterfragt eine Politik des Körpers, den weiblichen Körper, den Körper der schwarzen Südafrikanerin. In ihrer Arbeit beschäftigt sich die Künstlerin mit Themen der institutionellen Gewalt, mit patriarchalischen und kolonialen Strategien des Ausschlusses und Vergessens sowie mit Widerstand durch subjektive Erzählungen. Shadi arbeitet mit verschiedenen Medien, darunter Zeichnung, Performance und Video, ihre Arbeiten wurden in zahlreichen Museen und institutionellen Projekten präsentiert, unter anderem auf den Biennalen von Moskau und Dakar.


Im Rahmen des Projekts


In Zusammenarbeit mit



Mit freundlicher Unterstützung der

zurück