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30.10.2020

Pauline Curnier Jardin, Lene Markusen, Musa Michelle Mattiuzzi und Giuseppe Stampone sind die Villa Romana-Preisträgerinnen und Preisträger 2021.

Erstmals in der Geschichte der Villa Romana wird einer der Preise 2021 an einen italienischen Künstler vergeben - ein Ausdruck der langjährigen, anregenden Kooperation mit dem Gastgeberland in schwierigen Zeiten. Zudem intensiviert sich die Zusammenarbeit zwischen dem Kunsthistorischen Institut in Florenz – Max-Planck-Institut und der Villa Romana, indem Musa Michelle Mattiuzzi gemeinsam als International Research Fellow eingeladen wird.

Der Villa Romana-Preis wird seit 1905 von dem gemeinnützigen Villa Romana Verein vergeben und ist mit einem zehnmonatigen Aufenthalt im Florentiner Künstlerhaus, einem Preisgeld sowie einer abschließenden Publikation verbunden.

Die Preisträgerinnen und Preisträger 2021 wurden von den Jurorinnen /Juroren Susan Philipsz, Künstlerin und Professorin an der Hochschule für Bildende Künste Dresden, Peggy Buth, Künstlerin und Professorin für Medienkunst an der Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig, Anselm Franke, Kurator und Leiter des Bereichs Bildende Kunst und Film am Haus der Kulturen der Welt in Berlin und Marinella Senatore, Künstlerin, nominiert.


Pauline Curnier Jardin, 1980 in Marseille geboren, lebt in Berlin und Amsterdam. Sie arbeitet mit Installationen, Performances, Film und Zeichnungen und wurde 2019 mit dem Preis der Nationalgalerie in Berlin ausgezeichnet. Ihre Werke operieren mit visuellen, zum Teil grotesken Narrativen aus der Welt des Theaters, des Kinos, der Mythen. Sie konstruiert optische Opern, ethnografische Peepshows und ebenso farbenfrohe wie dunkle Musikfilme. 2017 war sie mit ihrer Installation Grotta Profunda, Approfundita auf der 57. Biennale in Venedig vertreten. Sie nahm an zahlreichen internationalen Ausstellungen und Festivals teil, so in der Tate Modern, London, International Film Festival Rotterdam, Schirn Kunsthalle Frankfurt, Performa 15, New York, The Fondation Cartier pour l’Art Contemporain, Paris, Migros Museum of Contemporary Art, Zürich, MIT List Visual Arts Center, Cambridge, Haus der Kulturen der Welt, Berlin, Palais de Tokyo, Paris u.v.a.

Lene Markusen, 1973 in Dänemark geboren, studierte, lebt und arbeitet in Hamburg. In ihrer künstlerisch-filmischen Arbeit geht sie von alltagsethnologischen und kinematographischen Blicken aus. Filme wie GRAD (2004) oder Sankt – Female Identities in the Post-Utopian (2017) spiegeln die gravierenden und konfliktreichen Veränderungen weiblicher Lebens-, Arbeits- und Konsumwelten aus postutopischer, feministischer und narratologischer Perspektive. Lene Markusen veröffentlichte jüngst das Künstlerbuch Sisters Alike. Female Identities in the Post-Utopian. Sie nahm in den vergangen Jahren u.a. an den Ausstellungsprojekten Books on Films, Spector Books /Cineding, Leipzig (2020), New Alphabet School, #Caring. Agro-zentrisches Denken: Wege zu einer kollektiven biografischen Imagination?, Haus der Kulturen der Welt, Berlin (2020), Postcosmetic META-morphoses, BeFem Festival, Belgrad (2019) oder The Body as an Indexical Reader, Moscow Museum of Modern Art (MMOMA), Moskau (2018) teil. 2011 - 2017 lehrte sie als Professorin an der HfbK Hamburg.

Musa Michelle Mattiuzzi, 1983 in São Paulo geboren, lebt im brasilianischen Salvador. Sie ist Performerin, Autorin und Forscherin. In ihrer Arbeit beschäftigt sie sich u.a. mit dem Körper der Schwarzen Frau und dem exotischen Ort, der ihr zugewiesen wird. Sie untersucht koloniale Wunden und die Entwicklung einer antikolonialen Poetik. 2016 nahm sie an der 32. Biennale von São Paulo teil und veröffentlichte dort im Political Imagination Workshop den Text merci beaucoup, blanco! Im folgenden Jahr 2017 lebte sie in Athen mit dem Capacete-Residenzprogramm - documenta 14 und gewann mit ihrem Film Experiencing the Flooding Red den Preis für den besten Kurzfilm in der X Janela Internacional de Cinema de Recife. 2018 nahm sie wieder im Rahmen des Projekts Afro-affektive Affinitäten an der Biennale von São Paulo teil. 2017 -  2019 war Mattiuzzi an dem Ausstellungsprojekt Liebe und Ethnologie – die koloniale Dialektik der Empfindlichkeit (nach Hubert Fichte) beteiligt, das im Haus der Kulturen der Welt in Berlin seinen Abschluss fand.

Giuseppe Stampone, 1974 im französischen Cluses geboren, lebt in Rom und Brüssel. Seine künstlerische Arbeit - sei es in Form von detaillierten kleinformatigen Kugelschreiber-Zeichnungen oder raumbezogenen Installationen - ist von einer kritischen Auseinandersetzung mit den sogenannten Errungenschaften der westlichen Zivilisation und ihren Konsequenzen - wie Rassismus und Exklusion - geprägt. Er reinterpretiert Inkunabeln der europäischen Kunstgeschichte und befragt die Rolle der Künstlerinnen und Künstler, der Bildung und der Kollaboration. 2008 initiierte er - gemeinsam mit Maria Crispal - das Netzwerk Solstizio (www.solstizio.org), in dem sich Künstlerinnen und Künstler, Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, Stiftungen und Verbände gemeinsam mit globalen Themen wie Umwelt, soziale Konflikte und nachhaltige Ökonomien beschäftigen. Stampones Arbeiten wurden in internationalen Ausstellungen, Museen und Biennalen gezeigt, wie z.B. 2018 auf der Biennial of Architecture in Seoul, Süd-Korea, der 56. Venedig Biennale (2015), der Biennial of Kochi-Muziris, Kerala (2012), der 11. Biennale in Havanna oder der Liverpool Biennale (2010).

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