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Vorschau

29.05.2019

Buchpräsentation und Gespräch
Marcela Moraga, Neither spices nor species. Chronicle of Patagonia

Mittwoch, 29. Mai, 19 Uhr


 3-Kanal-Video/Audio, 113 min

Marcela Moraga, Spechte, 2019, Tuschezeichnung


Marcela Moraga, Villa Romana-Preisträgerin 2019, präsentiert an diesem Abend ihr neu erschienenes Künstlerbuch Neither spices nor species. Chronicle of Patagonia im Gespräch mit dem chilenischen Kunsthistoriker Teobaldo Lagos.

2018 nahm Marcela Moraga am KünstlerInnenforschungsprogramm Magallanes 2020, einer gemeinsamen Initiative der Universidad de Magallanes und dem Goethe-Institut Chile, in Punta Arenas teil. Die Künstlerin wurde eingeladen, während ihres Aufenthalts in Patagonien ein eigenes Projekt zu verwirklichen, das Kontakte sowohl zu einer der Forschungsinstiutionen in den Bereichen Ethnobotanik, Meeresbiologie, Archäologie und Geschichte wie auch zur lokalen Gemeinschaft einschließt.

Präpariert mit der Lektüre der Tagebücher des italienischen Entdeckungsreisenden Antonio Pigafetta und weiterer Reiseberichte von historischer Expeditionen nach Patagonien, verließ Marcela Moraga Berlin-Moabit. Was sie auf in Patagonien jedoch tatsächlich vorfand, unterschied sich deutlich von den naturalistischen und kolonialistisch gefärbten Beschreibungen des 16. - 18. Jahrhunderts. Neither spices nor species dokumentiert mit Zeichnungen, Fotos und Texten die eigene Reise der Künstlerin. Auf spielerische Weise verkleiden sich diese Aufzeichnungen als altes Reisetagebuch. Die schriftlichen und gezeichneten Skizzen decken ein breites Themenspektrum ab, von lokalen Mythen über den Ozean, streunenden Hunden, Klimaforschern bis hin zu aktivistischen Enten, die den Konzern Coca-Cola bekämpfen. Marcela Moraga konterkariert mit ihren Fabeln phantasievolle Entdecker-Narrative, indem sie deren Struktur mit Ironie und subtilem Humor unterläuft. Der idealisierten Naturlandschaft Patagoniens stellt sie neue Fiktionen und Geschichten gegenüber, die imaginativ über gegenwärtige Realitäten wie den sozialen und ökologischen Kollaps, orale Traditionen, Wissenschaft und Langeweile am Ende der Welt sprechen.

Neither spices nor species wird von Ediciones Popolet, einem unabhängigen Künstlerbuchverlag in Santiago de Chile /Amsterdam /New York, verlegt.


Marcela Moraga studierte in Chile und Deutschland und lebt heute in Berlin. Sie arbeitet in Performances, Videos und Installationen über die Ordnung von und die Bewegung in öffentlichen Räumen sowie das Verhältnis von Kultur und Natur. Sie fokussiert sich dabei auf ephemere, undefinierte Räume, um dort Beziehungen zu aktivieren. Moraga arbeitet auch mit Textilien, die sie als verwobene Räume begreift, die als Objekt, Architektur oder zweidimensionales Bild gelesen werden können. Sie hatte Einzelausstellungen in Berlin, Santiago de Chile und Hamburg und nahm an zahlreichen Gruppenausstellungen in Frankreich, Deutschland, Holland, Brasilien, Chile, Ägypten und Südkorea teil.

Teobaldo Lagos ist PhD Associate Researcher bei der Forschungsgruppe Art, Globalization, Interculturality an der Universidad de Barcelona und hat ein M.A. in Interdisziplinäre Lateinamerikastudien an der Freien Universität Berlin. Er studierte Kommunikationswissenschaften an der UAM-Xochimilco in Mexiko-Stadt und Journalismus an der Universidad Austral de Chile. Er schreibt regelmäßig für Kunstzeitschriften, gibt Workshops und kuratiert Ausstellungen. 2018 war er Resident am Goethe-Institut für das Kunstfestival SACO in Antofagasta, Chile. Im Januar 2019 nahm er als Forscher und Autor an dem Projekt Verfolgung und Widerstand in Geschichte und Gegenwart: Erinnerungskulturen von Sinti und Roma-Communities in Berlin in Zusammenarbeit mit Amaro Foro e.V., Galerie Kai Dikhas und dem Dokumentations- und Kulturzentrum Deutscher Sinti und Roma in Berlin teil. Seit 2008 lebt er in Berlin.



Marcela Moraga, Neither spices nor species. Chronicle of Patagonia, 2019
Herausgegeben von Ediciones Popolet
Texte, Zeichnungen und Fotografien von Marcela Moraga
Grafikdesign von Martín La Roche
ISBN 978-90-9031757-1
Auflage: 100
40 €


Mit freundlicher Unterstützung von

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