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Vorschau

27.06.                     23.08.2019

Uriel Orlow
The Fairest Heritage

Zur Eröffnung der Ausstellung am Donnerstag, den 27. Juni um 19.30 Uhr
laden wir Sie und Ihre Freunde herzlich ein.

Öffnungszeiten: Dienstag bis Freitag 14 – 18 Uhr und nach Vereinbarung


rosa murales

Soil Affinities, 2018, 4-Kanal-HD-Video mit Ton, Dauer und Abmessungen variabel, Fotos, Audio, Erde

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Soil Affinities, 2018, Institut Sénégalais de Recherches Agricoles – ISRA, Dakar 2018

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The Fairest Heritage, 2016-7, Einkanal-Video, 5’22’’

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Imbizo Ka Mafavuke (Mafavuke's Gericht), 2017, Einkanal-HD-Video mit Ton, schwarz-weiß /Farbe, 28’

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Muthi, 2017, Einkanal-HD-Video mit Ton, 17'

Fotos: Ela Bialkowska /OKNO studio


In den vergangenen Jahren hat sich der in London lebende Künstler Uriel Orlow intensiv mit der Bedeutung von Pflanzen und Landwirtschaft in den (post-) kolonialen Beziehungen zwischen Europa und Afrika beschäftigt. Recherchen zum Nationalen Botanischen Garten Kirstenbosch in Südafrika und zum ehemaligen Gemüseanbaugebiet der nördlichen Pariser Banlieu Aubervilliers führten zu den beiden großen Werkgruppen Theatrum Botanicum und Soil Affinities. In Filmen, Fotografien, Klangarbeiten und installativen Situationen geht Uriel Orlow der Frage nach, wie Pflanzen zu Zeugen und Akteuren der Geschichte wurden und wie sie heute zu kritischen, post-kolonialen Narrationen beitragen können.

Unter dem Titel The Fairest Heritage führt Uriel Orlow in der Villa Romana Arbeiten aus beiden Werkgruppen zusammen. The Fairest Heritage ist auch der Titel eines Filmes (2016 /17), in dem der Künstler vergessenes Filmmaterial von 1963 interpretiert: Anlässlich des 50. Jubiläums des Botanischen Gartens am Kap wurde dieser in verschiedenen Auftragsfilmen vom Apartheid-Regime gefeiert. Orlow´s Film fragt, wie sich der botanische Nationalismus und die Diplomatie der Pflanzen unkontrolliert entwickeln konnten.

Im nördlich von Paris gelegenen Aubervilliers gab es bis zur Industrialisierung im 19. Jahrhundert eine Kleingärtner-Kultur, die bis heute die Straßennamen der Stadt prägt. In Folge der Berlin Konferenz, die Afrika unter den europäischen Mächten aufteilte, etablierte Frankreich einen kolonialen Versuchsgarten im Osten des Bois de Vincennes in Paris, um die neuen Westafrikanischen Kolonien durch Pflanzenanbau wirtschaftlich rentabel zu machen. In Soil Affinities folgt Orlow den Spuren der Landwirtschaft in Aubervilliers bis zu den vormaligen Testgärten im Senegal und in Mali wo die von Vincennes gelieferten Sprösslinge getestet und schliesslich grossflächig angebaut wurden. Auch nach der Unabhängigkeit der westafrikanischen Staaten beliefert diese westafrikanische industrielle Landwirtschaft Rungis, einen der mächtigsten europäischen Großmärkte bei Paris.

Uriel Orlow geht in seiner künstlerischen Praxis stets von historischen Orten aus und ihrem Potential an unbeachteter oder unterdrückter Geschichte, deren Auswirkungen in die Gegenwart reichen. Seine Arbeiten werden seit vielen Jahren international in Museen und auf Film-Festivals präsentiert, so zuletzt auf der Manifesta 12, Palermo (2018), auf der Yinchuan Biennial (2018), der Sharjah Biennial (2017), der Moskau Biennale (2017), EVA International, Limerick (2016), Aichi Triennale, Nagoya (2013), Bergen Assembly (2013), Manifesta 9 (2012) und der Venedig Biennale (2011). Jüngste Einzelausstellungen wurden Uriel Orlow gewidmet in: Les Laboratoires d’Aubervilliers, Paris (2018), Market Photo Workshop & POOL, Johannesburg (2018), Kunsthalle St Gallen (2018), PAV – Parco Arte Vivente (2017), Parc Saint Léger (2017), The Showroom, London (2016), Castello di Rivoli, Turin (2015), John Hansard Gallery, Southampton (2015), Depo, Istanbul (2015), Spike Island, Bristol (2013).

Zu Theatrum Botanicum (Sternberg Press 2018) und Soil Affinities (Shelter Press 2019) erschienen umfangreiche Publikationen, die in der Ausstellung ausliegen.

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