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Vorschau

30.06.                      29.07.2021

Esper Postma
Face Fear

Zur Eröffnung der Ausstellung am Mittwoch, den 30. Juni, um 19 Uhr laden wir Sie und Ihre Freunde herzlich ein.

Einführung: Carmen Belmonte, Wissenschaftliche Mitarbeiterin am Kunsthistorischen Institut in Florenz, Max-Planck-Institut, im Gespräch mit Esper Postma

Öffnungszeiten: Dienstag bis Freitag 14 - 18 Uhr und nach Vereinbarung


rosa murales

Ausstellungsansicht

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Esper Postma, Genius of Fascism Sport, 2021, Bronze

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Esper Postma, Memory Games, 2021, digitale Fotografien auf Dibond

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Romano Romanelli, Pugile Ferito, 1931, Gips

Fotos: Ela Bialkowska /OKNOstudio


Das Foro Italico wurde einst Foro Mussolini genannt. Der Zugang zum Foro, der ein Gefühl für die Größe des italienschen Kolonialreichs vermitteln sollte, dient heute als Spielplatz. In unmittelbarer Nähe zu einem Marmorblock, der den Angriff auf Abessinien ankündigt, liegen ein Fußball und ein Kleiderhaufen. Kinder rennen über schwarz-weiße Mosaiken. Schemenhafte Figuren von Sportlern und Soldaten sind umgeben von faschistischen Slogans. Wissen die Kinder, was diese Botschaften bedeuten? Was geht in ihnen vor, wenn sie wiederholt das Wort Duce auf dem Boden lesen?

Einen Steinwurf entfernt: Menschen ertüchtigen sich im Stadio dei Marmi. Joggerinnen und Jogger drehen unter dem Blick der Monumentalstatuen, die mythische Athleten wiedergeben, ihre Runden auf der Laufbahn. Obwohl deren Genitalien meist von einem Feigenblatt verdeckt werden, stellen sie schamlos die Faszes zur Schau. Auf der Tribüne findet ein Fitnesskurs statt. Die Trainerin führt auf einer der unteren Stufen Bewegungen vor, die Teilnehmerinnen und Teilnehmer haben sich ordentlich auf den oberen Stufen aufgestellt. Motiviert sie die Präsenz der Statuen? Nimmt die Trainerin darauf Bezug? Legt sie ihren Anhängerinnen und Anhängern nahe, sich mehr anzustrengen, wenn sie so steinharte Bauchmuskeln wie die Statuen bekommen möchten?


Esper Postma (Amsterdam, 1988) hat ein Forschungsstipendium von der Villa Romana und dem Kunsthistorischen Institut Florenz – Max-Planck-Institut erhalten. Postma schloss sein Studium an der Städelschule (2015) ab und nahm am BPA// Berlin program for artists (2020) teil. Jüngste Einzelausstellugen: Salome im Westfälischen Kunstverein und Rebis im Stadtmuseum Lindau. Er nahm an Gruppenaustellungen im Gropius Bau Berlin, Moscow Museum of Modern Art, Hotel Maria Kapel Hoorn, PS120 Berlin und Museum für Moderne Kunst (MMK) Frankfurt am Main teil. Postma lebt und arbeitet in Deventer und Berlin.

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