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Ausstellungen

05.05.                     28.05.2021

Se è per la gente, deve essere bello, lei disse

Jeremiah Day

Zur Eröffnung der Ausstellung laden wir Sie und Ihre Freunde herzlich ein.
Soft Opening: Mittwoch, 5. Mai, 16 – 20 Uhr
18 Uhr: Performance Solo & Duet mit Greta Bimonte, Andrea d'Amore, Alessandra Palma di Cesnola

Donnerstag, 6. Mai, 19.30 Uhr
Performance Solo & Duet mit Greta Bimonte, Andrea d'Amore, Alessandra Palma di Cesnola

Mittwoch, 12. /19. /26. Mai
Seminare und Performance mit Live-Übertragung in der Villa Romana (Programm s.u.)

Limitierter Einlass in die Ausstellung mit Maske und entsprechend der Abstandsregelungen.
Öffnungszeiten: Dienstag bis Freitag 14 – 18 Uhr und nach Vereinbarung


rosa murales


"Die Überzeugung, daß wir selbst dann, wenn die Zeiten am dunkelsten sind, das Recht haben, auf etwas Erhellung zu hoffen, und daß solche Erhellung weniger von Theorien und Begriffen als von jenem unsicheren, flackernden und oft schwachen Licht ausgehen könnte, welches einige Männer und Frauen unter beinahe allen Umständen in ihrem Leben und ihren Werken anzünden und über der ihnen auf der Erde gegebenen Lebenszeit leuchten lassen, …" H. Arendt; U. Ludz (Hg.): Menschen in finsteren Zeiten, München 1989, S. 9-10.

Mit großer Freude präsentieren wir in der Villa Romana den abschließenden Part von Jeremiah Days Ausstellungs-, Workshop-, Performance- und Veranstaltungsreihe If It's For The People, It Needs To Be Beautiful, She Said.

Das Projekt, das auf Gespräche mit Angelika Stepken im Jahr 2018 zurückgeht, entstand in Zusammenarbeit mit dem Badischen Kunstverein und dem Centre de Art Le Lait und wird von einer Publikation begleitet, die der englische Autor und Grafikdesigner Will Holder gestaltet hat. Die Ausstellung in Florenz wurde im Oktober 2020 mit einem intensiven zweiwöchigen Workshop und einer öffentlichen Vorführung in Zusammenarbeit mit dem PARC (Performing Arts Research Center) eingeleitet. Die begleitende Publikation wird zur Eröffnung der Ausstellung vorgestellt.
Jeremiah Day widmete sich in den Jahren 2014 bis 2020 fast ausschließlich der Live-Performance und Performance-Workshops. Das komplex angelegte Projekt hat sich zum Ziel gesetzt, ausgehend von ephemeren Ausdrucksformen neue Arten des Ausstellungsmachens und der kulturellen Produktion zu entwickeln. Days Arbeit ist definiert durch das Grundprinzip einer Verschränkung des Poetischen /Öffentlichen /Expositorischen.

Für das abschließende Kapitel stellt Day die von ihm entwickelte performative Ausdruckssprache  in den Mittelpunkt. Indem Jeremiah Day häufig Fotografie und Musik mit einem Kern aus Bewegung-Sprache-Improvisation zusammenführt, geben seine Performances bestimmten Orten, Landschaften und menschlichen Ereignissen eine Form, eine Verkörperung, binden sie in eine Erzählung ein. Gleich einer zeitgenössischen Form der klassischen Ode bewegt er menschliche Vorbilder als informelle Allegorien und Gegenmonumente. Jeremiah Day, der sich insbesondere mit Aktivistinnen /Aktivisten, Soldatinnen /Soldaten und Familienmitgliedern auseinandersetzt, geht Hannah Arendts Beharren nach, dass Kultur ein verbindendes Glied sei, welches das "Netz menschlicher Beziehungen" zusammenhalte, mit der Fähigkeit, dem Potential und dem Versprechen einer Erleuchtung.

Die Ausstellung gliedert sich in zwei Teile: Die Videodokumentationen von Days performativen Arbeiten ermöglichen es, zentrale Aspekte seines Vokabulars zu studieren, darunter seine Kollaborationen mit Bands wie We Vs. Death und Chicks on Speed, dem Musiker Bart de Kroon und der Tänzerin /Künstlerin Simone Forti, deren Logomotion-Technik den Kern von Days Herangehensweise darstellt. Im zweiten Ausstellungsteil wird die Villa zu einem Ort für Live-Veranstaltungen. Day versammelt Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus dem Herbst-Workshop und präsentiert zwei Nächte lang Live-Performances, mit: Greta Bimonte, Künstlerin und Performerin in Bologna. Andrea D'Amore, der in seiner künstlerischen Praxis Dialoge, Austausch, Gastfreundschaft, Kochen und Gemeinschaft zusammenführt und
 Alessandra Palma di Cesnola, Choreografin, Tänzerin, Lehrerin für zeitgenössischen Tanz und Taji Quan in Florenz. Anschließend veranstaltet Jeremiah Day jede Woche online Interviews, Diskussionen und eine abschließende Performance, die das Ende des Gesamtprojekts markiert. Sie werden live nur in der Villa Romana übertragen.


Programm


SEMINAR 1 – PRÄSENTATION MIT DISKUSSION IN DER VILLA ROMANA
Mittwoch, 12. Mai, 20 Uhr
Simone Forti, Lailye Weidman und Jeremiah Day: 'New Dance' as/and Public Life

Jeremiah Day führt die im letzten Oktober mit Adalisa Menghini in der Villa Romana begonnene Diskussion fort und lädt eine weitere Performerin und einen Performer unterschiedlicher Generationen zum Gespräch ein. Der Neue Tanz hat individuell skalierte Experimente in den Fokus gerückt, eingebettet in unterstützende Peer-Netzwerke, immer mit einem Auge auf das Allgemeinwohl - und so kulturelle Rahmenwerke verschoben. Wie gehen wir heute mit diesem Vermächtnis um? Simone Forti, seit über zwanzig Jahren Days Mentorin und Kollaborateurin, hat neben ihrem historischen Werk an der Schnittstelle von Tanz und bildender Kunst und ihrer jüngsten Praxis als Schriftstellerin, Hunderte von Workshops auf der ganzen Welt gegeben. Lailye Weidman ist Dozentin, Tänzerin und Choreographin, die seit ihrer Jugend und heute als Redakteurin von Contact Quarterly mit Kontaktimprovisation arbeitet.


SEMINAR 2 – PRÄSENTATION MIT DISKUSSION IN DER VILLA ROMANA
Mittwoch, 19. Mai, 18 Uhr
Full-blooded, full-throated: does culture protect us?
A dialogue with Fred Dewey's General Public - A Fable of Sanctuary

Jeremiah Day greift einen Text Fred Deweys über den selbstorganisierten Berliner Projektraum General Public auf. In den selbstorganisierten Berliner Kunsträumen nach dem Fall der Mauer findet Dewey - Days Mentor und Mitarbeiter seit über zwanzig Jahren - einen Ausgangspunkt, um den Kern von Kulturarbeit neu zu formulieren. Das Publikum hat die Möglichkeit, die Publikation General Public über den Berliner Projektraum zu einem vergünstigten Preis zu erwerben. Hier mehr über die Publikation: https://adocs.de/de/buecher/raum/general-public
Fred Dewey hat zahlreiche Schriften über Hannah Arendt veröffentlicht und Arbeitsgruppen über sie in ganz Europa geleitet. Von 1996 bis 2010 war er Direktor des Literatur- und Kunstzentrums Beyond Baroque in Los Angeles und trug dazu bei, Nachbarschaftsräte in den städtischen Gesetzen von LA zu etablieren. Er hat mit Jeremiah Day und als Textkünstler mit Simone Forti zusammen gearbeitet und u.a. das Buch School of Public Life (Doormats Nr. 4, Hg. Errant Bodies) herausgegeben.


ABSCHLUSSPERFORMANCE – LIVE-ÜBERTRAGUNG IN DIE VILLA ROMANA
Mittwoch, 26. Mai, 18 Uhr
Jeremiah Day - Last Call: You Don't Have To Go Home But You Can't Stay Here

Diese Video /Online-Performance von Jeremiah Day schließt nicht nur die Ausstellung in der Villa Romana ab, sondern beendet auch das gesamte Projekt mit insgesamt drei Ausstellungen, einem Dutzend Live-Events und einer Publikation.


Jeremiah Day studierte Kunst an der Universität von Kalifornien, Los Angeles und der Rijksakademie van beeldende kunsten in Amsterdam. Von der Performance im Kunst-Kontext kommend, studierte Jeremiah Day außerdem Bewegung und arbeitete regelmäßig mit Simone Forti, der Pionierin des postmodernen Tanzes, zusammen. In Days Arbeit verknüpfen sich politische und persönliche Realitäten durch verschiedene Techniken, darunter Fotografie, Video und Bewegung. 2020 hat sich Day als Post-Doktorand am Center for Educational Research and Academic Development in the Arts (CERADA) der Uniarts Helsinki mit der Rolle der Kunstpädagogik im öffentlichen Leben befasst.


In Kooperation mit

rosa murales

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