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Ausstellungen

24.09.                     17.12.2021

Life and Herstories (Autobiografie als Dialog)

kuratiert von Daria Filardo

24.09.2021
Konferenz /Diskussion
mit Sandra Burchi, Chiara Camoni, Cecilia Canziani, Daria Filardo, Stefania Galegati, Elena Magini, Arabella Natalini
Vortrag
Besuch des Tagebucharchivs Pieve Santo Stefano (TBA)

25.09. - 29.10.2021
erster Ausstellungsteil
Kunst /Leben: Autobiografien und gemeinsame Praktiken: Chiara Camoni und Stefania Galegati

09.11. - 17.12.2021
zweiter Ausstellungsteil
Kunst /Leben: Familie und historische Erzählungen: Ottonella Mocellin /Nicola Pellegrini und Helen Cammock

13.11.2021
Lesung
Rachel Cusk, in Zusammenarbeit mit La città dei lettori in der Villa Bardini, Florenz


rosa murales

Chiara Camoni, Teller für ein Seminar, 2021, work in progress


Life and Herstories (Autobiografie als Dialog) ist ein Zyklus von Ausstellungen, Aktionen und Begegnungen, der eine Reflexion über den autobiographischen Ansatz als weibliche Praxis vorschlägt, die auf Dialog, die Schaffung kleiner und großer Gemeinschaften und die Neuschreibung der offiziellen Geschichte abzielt. Das Projekt entwickelt sich in zwei Ausstellungen und damit verbundenen Veranstaltungen. Kooperationen mit La città dei lettori (Literaturfestival, Florenz) und L'archivio dei Diari (Pieve Santo Stefano) werden erweiterte Momente der Reflexion bieten und die Debatte auf territoriale Realitäten und Öffentlichkeiten ausweiten, die sich von denen der zeitgenössischen Kunst unterscheiden.

Die Auswahl der Künstlerinnen folgt Forschungslinien, die mit der Vermischung von Kunst und Leben und einer anti-heroischen Einstellung zum Erzählen zu tun haben. Das Projekt entspringt einer Reflexion über das Schreiben über Kunst (Kunstkritik), das zu einer Form des Schreibens wird, die die Begegnung mit Kunst aus einer autobiografischen Perspektive erzählt.

Das große Feld der autobiografischen Erzählungen, sowohl aus literarischer als auch aus kunsthistorischer Sicht, definiert ein Forschungsgebiet, das diese kritische Reflexion seit vielen Jahren begleitet. Das Subjekt des kritischen Schreibens ist (unwillkürlich) im "unerwarteten Subjekt" (Carla Lonzi) der feministischen Matrix verwurzelt, es ist der Keil, der den patriarchalischen Standpunkt aus den Angeln hebt, und stellt eine der Strategien dar, Autorin einer Geschichte zu sein, die von singulär und marginal zu multipel und kollektiv wird.

Die Wiedererlangung der persönlichen Geschichte (die in einigen avantgardistischen und neoavantgardistischen Praktiken eine wichtige Rolle spielt) ist ein zentrales Moment des weiblichen und feministischen Ansatzes, sie überschneidet sich mit Kunst und Anthropologie und ist von grundlegender Bedeutung für neuere postkoloniale Erzählungen, die nicht-eurozentrische Gesichtspunkte einführen, um andere Geschichten als die vorherrschende zu konstruieren.

Life and Herstories (Autobiografie als Dialog) legt besonderes Augenmerk auf die Beziehung zwischen autobiographischen Elementen und der Erzählung des Anderen. Der Versuch des kritischen Schreibens bewegt sich (auch) in dieser Begegnung: Kunst und Leben mischend, erzählt es von sich selbst, steht aber in ständiger Spannung zum anderen, dem es sowohl in der persönlichen Beziehung als auch in der tiefen Resonanz mit dem Kunstobjekt begegnet.

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