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Ausstellungen

02.09.                     20.10.2017

Giuseppe Chiari,
All Music is the same

Werke aus der Sammlung Block

Zur Eröffnung der Ausstellung am Samstag, den 2. September,
um 19 Uhr laden wir Sie und Ihre Freunde herzlich ein.

Öffnungszeiten: Dienstag bis Freitag 14 - 18 Uhr und nach Vereinbarung

rosa murales

Ausstellungsansicht

rosa murales

Ausstellungsansicht

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Ausstellungsansicht

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Ausstellungsansicht


Fotos: Ela Bialkowska, OKNOstudio


Giuseppe Chiari war und ist eine zentrale Künstlerfigur für die Erweiterung des musikalischen Kanons seit den 60er Jahren. Spielerisch und analytisch zugleich unterwanderte er die künstlerischen Genres. Chiari war Musiker, Komponist, Künstler, schrieb, zeichnete, performte. Mit seinen Partituren, Texten und Gesten gelingt ihm eine einzigartige Verbindung von intellektuellen, symbolischen Ordnungen und lebendiger Aktion. Er bewegte sich reflexiv und kreativ in der Welt, um deren Koordinatenkreuze zu lockern, Ungeahntes hör- und sichtbar zu machen.

In Florenz, wo er 1926 geboren wurde und vor zehn Jahren starb, war er eine ebenso bescheidene wie einflussreiche Persönlichkeit für die nachfolgende Künstlergeneration. Er ermutigte sie zu Grenzüberschreitungen und neuen Freiheiten, war international vernetzt und kooperierte mit vielen Komponisten, Poeten, Musikern, Architekten und dem Florentiner Videostudio art/tapes/22.

1962 nahm er - wenn auch nicht in persona - an Fluxus Internationale Festspiele Neuester Musik in Wiesbaden teil. 1972 und 1978 wurde er zur Biennale von Venedig eingeladen, 1972 auch zur documenta 5 in Kassel. 1980 war er an der radikalen Florentiner Ausstellung Umanesimo, Disumanesimo beteiligt. Drei Jahre später performte er — als einziger Station in Italien — sein Lichtkonzert in der Villa Romana.

René Block, der 1964 seine inzwischen legendäre Galerie mit der Ausstellung Neodada, Pop, Décollage, Kapitalistischer Realismus im damaligen West-Berlin eröffnete, schätzte früh Chiaris Arbeiten. 1966 wurden dessen Stücke in den Konzerten von Nam June Paik und Charlotte Moorman aufgeführt. Es folgten viele weitere Kooperationen, 1973 wiederum in der Galerie (All Music is the same), dann bei den großen Ausstellungen Für Augen und Ohren (1980), der Friedensbiennale in Hamburg (1985) und Readymade Boomerang, Sydney Biennale (1990). 2001 richtete er Chiari eine Retrospektive im Museum Fridericianum in Kassel ein.
 
Die Ausstellung zeigt Arbeiten auf Papier und Fotografien von Giuseppe Chiari aus der Sammlung Block von den 60er Jahren bis zum Anfang des neuen Jahrtausends. Daneben sind Videos zu sehen, die Giuseppe Chiari bei art/tapes/22 produzierte oder seine Konzerte und Performances dokumentieren. Anlässlich der Ausstellung erscheint eine Publikation (ital./dt.) mit Gesprächszeugnissen vor allem seiner Florentiner Künstlerkollegen (Maria Gloria Bicocchi, Alvin Curran, Giancarlo Cardini, Gian Piero Frassinelli, Daniele Lombardi, Paolo Masi, Lara Vinca Masini, Gianni Pettena e Renato Ranaldi). Die Audio-Version der Gespräche wird — dank der Kooperation mit Radio Papesse - im Rahmen der Ausstellung zu hören sein.

Im Rahmenprogramm der Ausstellung wird Hendrik Folkerts, Kurator der documenta 14, einen Vortrag über die Bedeutung der Partitur halten und der Pianist Giancarlo Cardini, einer der kenntnisreichsten Interpreten Giuseppe Chiaris, einen Abend mit Micro-Performances geben. Zum Abschluss der Ausstellung wird Alvin Curran, der mit Chiari seit den Zeiten von Musica Elettronica Viva (1966 in Rom initiiert) befreundet war, Chiari ossia dj Beppe meets King Kong da Beethoven aufführen.


Wir danken Mario Chiari für die freundliche Kooperation.

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