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News

17..06.2015

Filmprogramm: The Things Left to Say
Ein Rundgang durch 40 Jahre syrisches Kino,
kuratiert von Soudade Kaadan und Charlotte Bank.

Das syrische Kino zählt zu den weltweit weniger bekannten Filmtraditionen; gelegentlich wurde es sogar als „das bestgehütete Geheimnis Syriens“ bezeichnet. Seit Beginn des syrischen Aufstands im Jahr 2011 finden jedoch immer mehr Filme von syrischen Filmemachern Eingang in internationale Filmveranstaltungen und Festivals. Während die neuen Produktionen einen auffälligen Wandel in der syrischen Filmpraxis markieren, bauen sie auch auf der Arbeit früherer Generationen von Filmemachern auf.
Der Staat hatte lange Zeit ein fast vollständiges Monopol auf die Filmproduktion in Syrien. Mit der durchschnittlichen Produktion von zwei Spielfilmen pro Jahr (und einigen Kurz- und Dokumentarfilmen) fiel die Bilanz der Nationalen Filmorganisation in Damaskus jedoch eher mager aus. In Syrien entstand aber auch eine Reihe von bemerkenswerten Autorenfilmen, die ästhetisch reizvoll und politisch überraschend kritisch sind, ein scheinbares Paradox für ein Land, das ein autoritäres Regime fest im Griff hat. Da Filmemacher hart dafür kämpfen mussten, trotz der strengen Zensur Filme zu realisieren, kann jeder in Syrien produzierte Film als Sieg über die Zensur gelten.
Mit dem neuen Jahrhundert ging eine Öffnung gegenüber der unabhängigen Filmproduktion einher, die teilweise durch den vereinfachten Zugriff auf die neuen digitalen Medien ermöglicht wurde. Junge, ambitionierte Filmemacher begannen, Filme und Videos zu produzieren, wobei sie den Fokus oftmals auf Dokumentarfilme und die Suche nach einer neuen visuellen Sprache legten. Während die Zensur weiterhin ein Thema blieb, versuchte die neue Generation, die Grenzen des Ausdrückbaren auszudehnen, und schuf dadurch die Grundlage für die starke, offene Sprache der aktuellen Filmproduktion. Seit dem Beginn des syrischen Aufstands im Jahr 2011 sehen sich Filmemacher mit der Notwendigkeit konfrontiert, gegen die fortschreitende Gewalt Stellung zu beziehen, während sie zugleich mit der zunehmend prekären Situation der Künstler und Filmemacher zu kämpfen haben.
Während der zwei Veranstaltungstage von „The Things Left to Say“ möchten wir eine Reihe von Filmen vorstellen, die syrische Filmemacher realisiert haben. Das Programm reicht von exemplarischen Filmen des Autorenkinos bis zu den unabhängigen Produktionen des ersten Jahrzehnts des Jahrhunderts und aktuellen Filmen, die den andauernden Konflikt in dem Land reflektieren.syrian Film screening

Bassam Chkheis, Waiting for P.O. Box, 2012

Programm

Mittwoch, 17. Juni

Unabhängiges Kino
18.00 Uhr
Nidal Hassan, Salty Skin (2003), 70’41
Soudade Kaadan, Two Cities and a Prison (2008), 40'
20.00 Uhr
Hala Alabdallah und Ammar Al-Beik, I Am the One Who Carries Flowers to Her Grave (2006), 105’
21.45 Uhr
Hommage an Omar Amiralay

Donnerstag, 18. Juni

Kino und syrischer Aufstand
16.00 Uhr Kurzfilmen
Khaled Abdulwahed, Tujj (2012), 2’15
Thaer Alsahli, MiG (2013), 11’39
Saeed Albatal und Ghiath-Had, Frontline (2014)12’40
Bassam Chekheis, Waiting for P.O. Box(2012), 15’41
Bahraa Hijazi,Abortion of the Soul (2013), 31’27
17.30 Uhr
Liwaa Hijazi, Haunted(2015), 112’
19.30 Uhr
Diskussion Soudade Kaadan (Filmemacherin) und Charlotte Bank (Kuratorin und Kunsthistorikerin)
Aperitif
21.30 Uhr
Ziad Kalthoum, The Immortal Sergeant (2012)72’


Klassiker der NFO

22.45 Uhr
Oussama Mohammad, Stars in Broad Daylight (1988), 105’

Das Filmprogramm wird von den Kuratoren der Veranstaltung, der Filmemacherin Soudade Kaadan und der Kuratorin und Kunsthistorikerin Charlotte Bank, präsentiert. Eine Diskussion zwischen den Kuratoren und dem Publikum begleitet die Filmvorführungen.

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