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Ausstellungen

16.02.                     30.03.2018

Villa Romana-Preisträger 2018

Jeewi Lee, Christophe Ndabananiye, Lerato Shadi, Viron Erol Vert

Zur Eröffnung der Ausstellung am Freitag, den 16. Februar um 19 Uhr laden wir Sie und Ihre Freunde herzlich ein.

Öffnungszeiten: Dientag bis Freitag 14 – 18 Uhr und nach Vereinbarung


 3-Kanal-Video/Audio, 113 min

Ausstellungsansicht:  Lerato Shadi, Motlhaba Wa Re Ke Namile

 3-Kanal-Video/Audio, 113 min

Ausstellungsansicht: Viron Erol Vert, Perlen Passage (Pearls‘ passage)

 3-Kanal-Video/Audio, 113 min

Ausstellungsansicht: Jeewi Lee, Einschnitt (Incision), Kollaboration mit Mischa Leinkauf

 3-Kanal-Video/Audio, 113 min

Ausstellungsansicht: Christophe Ndabananiye, Kucheza (To play)


Zu Beginn ihres zehnmonatigen Aufenthalts in Florenz stellen sich die Villa Romana-Preisträger 2018 mit neuen Arbeiten vor. Die KünstlerInnen Jeewi Lee, Christophe Ndabananiye, Lerato Shadi und Viron Erol Vert wurden von den Juroren Nasan Tur, Künstler, und Bonaventure Soh Bejeng Ndikung, Direktor von SAVVY Contemporary, Berlin und Curator at Large der documenta 14, als Villa Romana-Preisträger 2018 nominiert.


Jeewi Lee, 1987 in Seoul geboren, studierte Malerei an der Universität der Künste Berlin sowie an der Hunter College University, New York und lebt in Berlin. In ihren ortsspezifischen Rauminstallationen, Aktionen und Bildserien arbeitet sie mit performativen oder alltäglichen Ereignissen, die im Werk nur als Spur wahrgenommen werden können. Die Spur zeugt von Bewegungen (im urbanen Raum wie in Ausstellungsräumen) und reflektiert zugleich den eigenen Produktionsprozess. Jeewi Lee beteiligte sich an zahlreichen Gruppenausstellungen in Projekträumen und nahm 2014 und 2017 am Festival of Future Nows in der Neuen Nationalgalerie, Berlin, teil.

Christophe Ndabananiye, 1977 in Lubumbashi, Demokratische Republik Kongo geboren, lebt und arbeitet seit 2009 in Berlin. Er studierte an der Hochschule der Bildende Künste in Saarbrücken. In einer Folge von Selbstportraits thematisierte er traumatische Erfahrungen von Flucht, Familie, Heimat, Muttersprache. Inzwischen ist der Schuh als Verkörperung von individueller Bewegung und Schwerkraft an die Stelle des Portraits getreten. In seinen neuen Malereien setzt er die Erinnerungsarbeit auf Papier und Styroporplatten fort. Christophe Ndabananiye war u.a. wissenschaftlicher Mitarbeiter im Medienlabor zur Kunst Afrikas an der FU Berlin und nahm an verschiedenen Ausstellungen, u.a. bei SAVVY Contemporary Berlin und im Kunstraum Kreuzberg in Berlin teil.

Lerato Shadi, 1979 in Mafikeng, Südafrika geboren, lebt und arbeitet in Berlin. Sie studierte Kunst an der University of Johannesburg. Lerato Shadis künstlerische Praxis beschäftigt sich mit Körperpolitiken, dem Körper der Frau, der schwarzen südafrikanischen Frau. Dabei geht es um institutionelle Gewalt, patriarchale und koloniale Strategien des Ausschlusses und Vergessens und resistente subjektive Narrationen. Shadi arbeitet in verschiedenen Medien (Zeichnung, Performance, Film). Ihre Arbeiten waren bisher in zahlreichen internationalen Museen und Projekträumen sowie auf den Biennalen von Moskau und Dakar zu sehen.

Viron Erol Vert, 1975 in Deutschland geboren, lebt und arbeitet in Istanbul und Berlin. Er studierte an der Universität der Künste Berlin sowie an der Königlichen Akademie Antwerpen und ließ weitere akademische Studien im Bereich Mode- und Textildesign folgen. Vert beschäftigt sich in seinen Objekten und Installationen mit Narrativen der mediterranen Geschichtsschreibung und übersetzt Charaktere in seine optischen Codes. In der Galerie Wedding installierte Vert jüngst ein Dreamatory, einen künstlerischen Schlafraum, in dem die Besucher ihren Träumen Raum im Alltag geben können. Vert hatte Einzelausstellungen u.a. im Künstlerhaus Stuttgart, in der Galerie Galerist in Istanbul und im Berghain in Berlin.


Der Villa Romana-Preis wird jedes Jahr an vier KünstlerInnen mit herausragender künstlerischer Qualität verliehen, die in Deutschland leben. Ihnen steht ein Studio-Apartment im Künstlerhaus Villa Romana in Florenz zur Verfügung und sie erhalten ein Barstipendium.
Am Ende ihres Aufenthalts konzipieren sie gemeinsam eine Publikation.



Finissage mit kulinarischer Installation am Freitag, 30. März, um 20 Uhr

 3-Kanal-Video/Audio, 113 min

Abb. aus Bartolomeo Scappi, Il Cuoco Segreto Di Papa Pio V, 1570


Mit einer gemeinsamen kulinarischen Installation stellen die vier – eigentlich in Berlin lebenden - Villa Romana-Preisträger ihre transkulturelle Diversität ins Zentrum, schauen sich gegenseitig in die Töpfe und fügen der Ausstellung ein visuelles wie gustatorisches Element hinzu.

Über ihre Esskultur verhandeln sie das Verhältnis von Einheit und Vielheit, Nähe und Ferne. Ess-Kultur schlägt den Bogen zu Identität oder auch Heimat, an ihr scheidet sich das Eigene vom Anderen. Aus dem global Übergreifenden - wie dem Pyramidenprinzip bei der Zusammenstellung von Gerichten aus Getreide, Fleisch und Gemüse - und der Verbreitung von Nahrungsmittelarten gehen Variationen und Interpretationen hervor. Reis, Rind und Aubergine wurden als Nenner gewählt, weil sie auch in der toskanischen Küche ihren festen Platz haben. Was verrät der Umgang damit über die jeweilige Kultur?

Die Aubergine verbindet als ursprünglich fremdes Gemüse aus Asien die biographischen Knotenpunkte der Installation: Südkorea, die Türkei, Griechenland und die gesamte Levante, Ruanda, Südafrika und Deutschland. Die Aubergine gilt oft als Inbegriff der mediterranen Küche, obwohl sie sich erst im Zuge des Erforschungsdrangs der Renaissance hier etabliert hat. Sie ist die Zeugin einer fruchtbaren Diversifizierung als Ergebnis interkultureller Berührung.

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