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Ausstellungen

06.11.                     13.12.2009

Per Non Dormire

Michael Buthe
Max Klinger
Jutta Koether

Ausgewählt von Olivier Foulon.

per non dormire
per non dormire

Ausstellungsansichten

per non dormire

Performance Jutta Köther

Michael Buthe mit Giumma in der camera Giardino der Villa Romana in:
Kunstpreis Villa Romana Florenz, 1976.

Romana

Max Klinger und Elsa Asenijeff im Garten der Villa 
Romana im April 1905 in: Ein Arkadien der Moderne?
100 Jahre Künstlerhaus Villa Romana in Florenz, 2005.

Die Ausstellung Per Non Dormire* zeigt Arbeiten von drei deutschen Künstlern – zwei filmisch dokumentierte Performances von Michael Buthe (1944-1994), Zeichnungen von Max Klinger (1857-1920) sowie ein Bild und einen live act von Jutta Koether (1958). Die Arbeiten setzen sich mit Liebe und Begehren auseinander. Per Non Dormire ist ein Versuch, sich der Frage zu nähern, was Schönheit heute bedeutet.

Den Ausgangspunkt der Ausstellung bilden zwei Fotografien. Die eine ist schwarz-weiß und zeigt Max Klinger zusammen mit seinem Modell/seiner Geliebten, der Autorin Elsa Asenijeff, im Garten der Villa Romana (aufgenommen 1905, als er die Villa mit dem Plan kaufte, sie in eine Residenz für deutsche Künstler umzuwandeln). Für das Foto posiert er mit einem Stuhl. Die zweite Fotografie ist in Farbe und wurde ebenfalls in der Villa Romana aufgenommen; vor etwa 33 Jahren, als Michael Buthe sich dort während eines 10-monatigen Stipendiums aufhielt. Sie zeigt ihn zusammen mit seinem Freund (und Geliebten?) Giumma auf einem Bett liegend, goldene Becher in der Hand haltend, in einem extravaganten Raum mit goldenen und farbigen Stoffen, Bildern und Zeichnungen, verziert mit Palmenblättern und Bambus, einer Flasche Wein, Kerzen, Jeans und Zeitungen.

Die Villa Romana bedankt sich bei Herrn Dr. Hans Werner Schmidt und Frau Dr. Jeannette Stoschek, Museum der Bildenen Künste, Leipzig und der Galerie Daniel Buchholz, Köln, für die großzügige Unterstützung.

*in Büchern wird das Motto „per non dormire“ oft als „um nicht zu schlafen“ übersetzt

"Die Herkunft des auffallend schönen Wandfrieses aus drei zusammengebundenen Mohnkapseln, der das Haus unter den Fenstern des ersten und zweiten Stockes umrandet und zusammen mit dem Motto per non dormire ein architektonisches Ornament bildet, ist auf einen Trick zurückzuführen, den Messer Bernuccio di Giovanni Salimbeni aus Siena, dessen Nachfahren später nach Florenz gekommen sind und den Namen Bartolini angenommen haben, angewandt hat. Er war ein großer Seidenhändler und reiste jedes Jahr mit Freunden nach Florenz, um von dort mit florentinischen Bekannten die Messe in Sinalunga zu besuchen. Eines Jahres versuchten diese, Messer Bernuccio ein Schnippchen zu schlagen, indem sie auf einem Bankett Schlafmohn Elixier mit Wein mischten, um als Erste bei Tagesanbruch die besten Waren auf dem Markt zu erstehen. Der alte Salimbeni wurde allerdings gewarnt und es gelang ihm, die Flaschen zu tauschen, indem er die Tische zum Vorteil der Sieneser verdrehte und damit die Florentiner überlistete. In Anlehnung an diese Episode erfand er im Anschluss Emblem und Motto, mit denen seine Nachfahren ihren Palast schmückten."

Übersetzt aus: Palazzo Bartolini Salimbeni, in: Janet Ross, Florentine palaces and their stories, London, J.M. Dent & Co., 1905, S. 44.

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