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Ausstellungen

24.10.                     04.12.2015

Luciano Bartolini

Pensare all’Oriente, Identificazione di un feticcio
Kuratiert von Paolo Emilio Antognoli

Zur Eröffnung der Ausstellung am Samstag, den 24. Oktober, um 19.00 Uhr laden wir Sie und Ihre Freunde herzlich ein.

Öffnungszeiten: Dienstag bis Freitag 14 – 18 Uhr und nach Vereinbarung

Fotos: Ela Bialkowska, OKNOstudio

Luciano Bartolini Villa romana 2015

Austellungsansichten, Fotos: Ela Bialkowska, OKNOstudio

Luciano Bartolini  Villa Romana 2015

Luciano Bartolini, Ouroboros, detail, 1977, Fotos: Ela Bialkowska, OKNOstudio

VilLA ROMANA 2015

Luciano Bartolini, La Moschea della Perla, 1977. Courtesy Archivio Luciano Bartolini, Mailand




Luciano Bartolini (Fiesole 1948 - Mailand 1994) debüttierte um 1973/74 mit einem unerwarteten Werk in einer Kunstszene, die noch lebhaft von minimalistischen und konzeptualistischen Tendenzen, Arte povera, Ausläufern von Fluxus und einer neuen analytischen Malerei stimuliert wurde. Die immanente Krise, die dann Ende des Jahrzehnts die neuen künstlerischen Paradigmen der 80er Jahre hervorbrachte, war noch nicht reif. Aber sie manifestierte sich bereits um das Jahr 1977 und fiel zusammen mit dem Niedergang der politischen Bewegung der 60er Jahre und einer neuen postfordistischen Ökonomie.
Luciano Bartolini erscheint als eine Schlüsselfigur dieses Epochenwechsels. In seiner Arbeit verwendet er fragile, feine Papiermaterialien: Packpapier, Papiertaschentücher, Lebensmittelpapier, Strohpapier. Es sind greifbare, taktile Bildträger, die zudem an seine Nähe zur Literatur und dem Buch als Objekt gebunden sind. Die raffinierte und ernste Sinnlichkeit von Bartolinis Werken überschritt konzeptuelle Immaterialität ebenso wie minimalistische Selbstreferenzialität.

Die quadratischen, halbtransparenten, auf Packpapier geklebten Kleenex-Module bilden isometrische Kompositionen – geordnet, gleichmäßig, seriell, rhythmisch – in denen Farbe als elegante Variation der eingesetzten Materialien erscheint. Infolge seiner Reisen nach Asien, vor allem nach Nepal und Nordindien, findet auch Gold Eingang in seine Werke. Bartolinis Arbeit mit Papiertaschentüchern endet zwischen 1979 und 1980, er entwickelt eine neue Werkphase, die geprägt ist von archetypischen Verweisen auf den Mythos von Asterion, Ariadne (die Schattenwirkerin) und das Labyrinth. Das Papier verbindet Bartolinis Bildwerke mit seinen Künstlerbüchern und Editionen, die alle seine Einzelausstellungen als integraler Teil des Ausstellungsprozesses begleiteten. Das Buch als quasi epi-textlicher Anhang stellt eine Beziehung zur Ausstellung her, die metaphorisch als eine Art Makrotext verstanden wird.

Die Ausstellung in der Villa Romana ist in zwei Bereiche unterteilt. Im Salone werden eine große Kleenex-Arbeit aus der Mitte der 70er Jahre und Ouroboros von 1977 gezeigt, ein Werk, das auf Bartolinis orientalische Erfahrungen anspielt. Im Zentrum steht die Arbeit Moschea della Perla von 1977, die ein Jahr später in der Galerie Paul Maenz in Köln ausgestellt wurde. Im der Sala Giardino ist hingegen die vollständige Sammlung seiner Künstlerbücher zu sehen sowie Werke, die zu Annotazione e definizione di un feticcio gehörten, einer Arbeit Bartolinis , die 1978 in der Galerie Schema in Florenz zu sehen war.

Anlässlich der Ausstellung werden zwei bei Archive Books Berlin erschienene Publikationen vorgestellt. Die erste ist herausgegegebn von Paolo Emilio Antognoli: Firenze 1977, Luciano Bartolini, Michael Buthe, Klaus vom Bruch, Martin Kippenberger, Marcel Odenbach, Anna Oppermann, Ulrike Rosenbach &tc. Materiali su Artisti Italiani e Tedeschi a Firenze e Villa Romana attorno al 1977 (1976-78).
Die zweite Publikation ist vom Archiv Luciano Bartolini herausgegeben: Luciano Bartolini. Pensando all’Oriente 1973 - 1979. Materiali d’Archivio, herausgegeben vom Archiv Luciano Bartolini.

Villa Romana dankt dem Archivio Luciano Bartolini, Mailand.

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