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Ausstellungen

19.02.                    23.03.2008

Dani Gal

Ausstellung / Performance

Live Performance Dani Gal, Achim Lengerer – Voiceoverhead, Freitag, 15.02.2008, 21 Uhr

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Ausstellungsansichten

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Der 1977 in Jerusalem geborene und in Berlin lebende Künstler Dani Gal ist einer der vier Villa Romana - Preisträger 2008. Er arbeitet mit den Speichermedien für Bild und Ton, indem er historische Dokumente, Ereignisse, Erfahrungen aktualisiert. Die jeweiligen Produktionsbedingungen der Medien, ihr technisches und ideologisches Programm werden dabei offenbar und kontrastieren mit der noch ungeschriebenen Geschichte unserer Gegenwart.

Das Schallplatten-Archiv Dani Gals umfasst Reden von Weltpolitikern, Aufnahmen aus Kriegssituationen, von Friedensvereinbarungen, Menschenrechtsbewegungen und über Ereignisse, die die Weltgeschichte von der Erfindung des Phonographen bis zum Fall der Mauer prägten. Gal und Lengerer sampeln diese Klangfragmente in der Live Performance Voiceoverhead mittels Plattenspielern und Computer. Sie arbeiten in Florenz mit einer englisch-italienischen Simultanübersetzerin zusammen, die Tonfragmente in einem zusätzlichen Audiokanal übersetzen wird. 

La Battaglia (2007) ist ein Musikvideo, in dem die italienische HipHop-Band follitrafogli eine futuristische Klangpoesie von  F. T. Marinetti aus dem Jahr  1924 aufführt. Die Rapper wurden bei ihrer Interpretation des Gedichts an verschiedenen Orten gefilmt, die mit der italienischen Futurismus-Bewegung in Mailand und Turin zu tun hatten. Das Video handelt von der Verbindung zwischen Futurismus und HipHop-Kultur durch Ton, Text und den Gebrauch gesprochener Sprache.

Nothing here but the recordings (2005) ist eine Videodokumentation über den israelischen Tontechniker Avi Yaffe, der während des Yom Kippur Kriegs 1973 als Soldat am Suez Kanal stationiert war und sein Aufnahmegerät mit in den Bunker an der Front nahm. Aufgezeichnet hat er schließlich die ersten sieben Stunden eines Angriffs, den niemand vorausgesagt hatte. Sein Material ist einzigartig und niemals vollständig publiziert worden. Avi Yaffe erzählt in dem Video seine Geschichte des Krieges und von der traumatischen Erfahrung, einen Krieg akustisch zu dokumentieren. Im Gegensatz zu den staatlichen propagandistischen Sieger-Aufnahmen des Krieges dienen Yaffe Stimme und Augen als Requiem für das Ende einer Periode nahezu euphorischen Nationalstolzes in Israel.

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